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Subjektive Sicherheit beim Veloverkehr mit Hilfe der Methode «Levels of Traffic Stress (LTS)»

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Erstellt am 02.04.2026

Anwendungsbeispiel der LTS-Bewertungsmethode für eine geplante Velohauptroute in Grenchen (Bild: KONTEXTPLAN) Anwendungsbeispiel der LTS-Bewertungsmethode für eine geplante Velohauptroute in Grenchen (Bild: KONTEXTPLAN)

Die Methode «Levels of Traffic Stress» (LTS) ist ein Instrument zur Bewertung von Veloverkehrsinfrastrukturen anhand des subjektiven Sicherheitsempfindens. Da Velofahrende keine homogene Gruppe sind und sich stark in Erfahrung, Fitness und Sicherheitsbedürfnis unterscheiden, ist die wahrgenommene Sicherheit entscheidend für die Nutzung des Velos und damit für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung.

LTS misst den empfundenen Stress auf einer Route anhand objektiver Kriterien. Für die Beurteilung gilt das Prinzip des schwächsten Kettenglieds: Der Abschnitt mit dem höchsten Stresslevel bestimmt, für wen eine Route geeignet ist. Die Methode hilft Planenden, Netzlücken, gefährliche Stellen und Optimierungsmöglichkeiten zu erkennen sowie Investitionen gezielt zu steuern. Das Konzept wurde 2012 in den USA entwickelt und später in verschiedenen europäischen Ländern angewendet. KONTEXTPLAN hat gemeinsam mit dem Kanton Solothurn die Methode des LTS weiterentwickelt und eine Arbeitshilfe erarbeitet.

Die fünf LTS-Stufen beschreiben unterschiedliche Nutzergruppen:
• LTS 0: «Unerfahren»; fahren nur auf komplett sicheren, motorfahrzeugfreien Infrastrukturen.
• LTS 1: «Sporadisch und Unsicher»; benötigen geschützte oder verkehrsarme Wege.
• LTS 2: «Interessiert aber Besorgt»; nutzen auch Strecken mit leicht erhöhtem Verkehrsaufkommen.
• LTS 3: «Begeistert und Selbstsicher»; akzeptieren hohes Verkehrsaufkommen.
• LTS 4: «Stark und Furchtlos»; bewegen sich auch auf Strassen ohne Veloinfrastruktur.
Je niedriger die LTS-Stufe, desto breiter ist die nutzende Zielgruppe.

Zur Bestimmung des LTS werden Strecken in Abschnitte unterteilt und anhand von Kriterien wie Veloführung, Verkehrsmenge und Geschwindigkeit bewertet. Zusätzliche Faktoren wie Sichtverhältnisse oder Parkierung können ebenfalls berücksichtigt werden. Die Datengrundlage ist meist einfach verfügbar, kann aber durch Vor-Ort-Begehungen ergänzt werden.

Die Methode ermöglicht es, bestehende Routen zu analysieren, Varianten zu vergleichen, Projekte zu bewerten sowie gezielte Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und Attraktivität des Veloverkehrs abzuleiten.

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