Eine Tagung über das Gehen in Zeiten des Klimawandels
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Creato il 13.08.2026
Die Massnahmen zur Klimaanpassung in der Rue des Aubépines in Sion machen das Zufussgehen deutlich angenehmer und attraktiver (Foto: bfm)
«Wenn Klimaschutz, Klimaanpassung und die Förderung des Fussverkehrs gemeinsam gedacht und umgesetzt werden, entstehen Lösungen, von denen alle profitieren, insbesondere Kinder, ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität.» Damit fasste Marionna Schlatter, Nationalrätin und Präsidentin von Fussverkehr Schweiz die Fachtagung Fussverkehr Schweiz am 25. Juni 2026 in Sion zusammen.
Hitzeinseln, Starkniederschläge und ungenügend an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasste Wegnetze erschweren das Gehen zunehmend. Gleichzeitig ist das Gehen die klimaschonendste Fortbewegungsart. Umso wichtiger ist es, Siedlungsräume so zu gestalten, dass sie für Zufussgehende zugänglich, sicher und attraktiv bleiben. Vegetation und Wasser dürfen dazu nicht mehr nur dekorative Elemente im öffentlichen Raum sein, sondern müssen integrale Bestandteile in jeder Planung werden. Planung muss zudem disziplinenübergreifend "miteinander" erfolgen, nicht "nebeneinander", um die notwendige Wirkung zu erzielen und nicht nur Normen zu erfüllen. Denn die meisten bestehenden Planungsnormen sind nicht auf das sich verändernde Klima ausgelegt.
Bei einem Walkshop wurden einige Umgestaltungen des Projekts Acclimatisation der Stadt Sion vor Ort angeschaut. Die Beispiele zeigen, wie die Stadt widerstandsfähiger und fussgängerfreundlicher gestaltet sowie durch effizientes Wassermanagement besser vor Überflutungen der Rohne geschützt wurde. Die neu geschaffene Begegnungszone in der Rue des Aubépines bietet mehr Platz für Velo- und Fussverkehr. Durch die Aufhebung von Parkplätzen und die Gestaltung von bepflanzten Bereichen mit Sitzmöglichkeiten ähnelt die Strasse nun einem mäandrierenden Fluss - ein Tribut für den früher oberflächlich verlaufenden Fluss Sionne. Der Place du Midi wurde diesen Sommer temporär zu einer grünen Oase umgestaltet. Durch die vermehrte Sperrung für den motorisierten Verkehr dient die sonst stark befahrende Strasse als angenehmer Aufenthaltsort.
Der Ueberlandpark in Zürich Schwamendingen verdeutlicht, wie ein Lärmschutzprojekt dank laufender Anpassung an sich verändernde Umstände zu einem Quartierpark wurde. Aus der Einhausung einer 6-spurigen Autobahn ist ein Stadtpark entstanden, mit Flaniermöglichkeiten für Fuss- und Veloverkehr sowie einer breiten Flora und Fauna durch grossflächige trockenheitsresistente Vegetation und Fassadenbegrünungen. Der Schlüssel zum Erfolg: Fortlaufender Austausch und Aushandlungen zwischen den Projektbeteiligten sowie eine gute Informationskampagne für das Quartier.
Die Tagungspublikation «Gehen in Zeiten des Klimawandels» von Fussverkehr Schweiz und dem ASTRA beleuchtet die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten bei der Planung und Umsetzung klimaresilienter, attraktiver Siedlungsräume und Fusswegnetze.
Auch die SVI setzt sich mit dem Zusammenspiel von Klima und Mobilität auseinander und hat Erkenntnisse aus verschiedenen Veranstaltungen in acht Thesen zusammengefasst.
Weitere Infomationen:
- Fachtagung Fussverkehr 2026: Infos, Programm und Präsentationen
- Stadt Sion: Acclimatasion (fr)
- Stadt Zürich: Ueberlandpark
- SVI: Mobilität und Klima: Wie kriegen wir die Kurve? - 8 Thesen
- Mobilservice News Dossier zu Klimaanpassung und Mobilität: Schwammstadt im Strassenraum (September 2025)
- Mobilervice News Dossier zu "Die Zukunft des Gehens" - Fachtagung Fussverkehr Schweiz 2025 (September 2025)
Documenti in tedesco
- Publikation: Gehen in Zeiten des Klimawandels, Herausforderungen und Lösungsansätze (Fussverkehr Schweiz & ASTRA, 2026) [PDF, 5.04 MB]
Documenti in francese
- Publication: Marcher é l'heure du changement climatique, défis et pistes d'action (Mobilité piétonne Suisse & OFROU, 2026) [PDF, 5.06 MB]
