Kohlenstoffarme Stadtlogistik und Lastenfahrräder
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Erstellt am 01.05.2026
Das Lastenfahrrad im Dienste einer CO₂-freien Stadtlogistik (Quelle: freepik)
Im Rahmen seiner Strategie für eine effizientere, wirtschaftlichere und umweltfreundlichere berufliche Mobilität hat der Kanton Genf mehrere finanzielle Fördermaßnahmen eingeführt. Diese können im Rahmen der jährlichen Budgets kumuliert werden und richten sich an Selbstständige sowie KMU mit weniger als 250 Mitarbeitern, mit einem klaren Ziel: Hindernisse für die Nutzung des Fahrrads als Arbeitsmittel zu beseitigen.
Die wichtigste Massnahme sieht eine Subvention für die Einrichtung von Firmenfahrradflotten vor. Diese besonders attraktive Förderung deckt bis zu 50 % der Anschaffungskosten ab, mit einer Obergrenze von 5000 CHF, bereits ab dem Kauf von drei neuen Fahrrädern. Die Unternehmen können ihre Modelle frei wählen, sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. Für Unternehmen, die noch zögern, umfasst das Programm auch eine finanzielle Beteiligung an Tests mit E-Bikes oder Lastenfahrrädern (50 %, bis zu 250 CHF) sowie eine Unterstützung für Fahrschulungen (75 %, begrenzt auf 80 CHF). Der Kauf von Lastenfahrrädern, einer flexiblen Lösung für den Gütertransport und die Fortbewegung in der Stadt, wird zudem mit einer Beihilfe in Höhe von 10 % des Kaufpreises gefördert, begrenzt auf 500 CHF.
In diesem Sinne hat die Mobilitätsakademie des TCS am 4. Mai 2026 in Meyrin (GE) und in Bern ihr Projekt „Shared Mobility Pop-Up Hubs“ (SHMOB) gestartet. An diesen beiden temporären Standorten, den sogenannten «Pop-up-Hubs», werden leichte Elektrofahrzeuge über mehrere Monate hinweg privaten und gewerblichen Nutzern zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Testflotte besteht aus Lastenfahrrädern, dreirädrigen Motorrädern, Rollern, Kleinstwagen und Kleinlastwagen.
Das Lastenfahrrad – diesmal jedoch ausschließlich im privaten Bereich – steht zudem im Mittelpunkt eines Projekts der OUVEMA, das dessen Rolle in der Mobilität hervorhebt. Es erweist sich als glaubwürdige Alternative oder Ergänzung zu anderen Verkehrsmitteln auf kurzen und mittleren Strecken. Oft ersetzt es das Privatauto und konkurriert gleichzeitig mit oder ergänzt den öffentlichen Nahverkehr, das Zu-Fuß-Gehen und das klassische Fahrradfahren.
Seine Einführung fällt oft mit einer Lebensphase zusammen: der Gründung einer Familie. Es ermöglicht die Beibehaltung der Fahrradnutzung in einer Zeit, in der das Auto nach wie vor dominiert – nur 7 % der Schweizer Familien leben ohne Auto. Über die praktischen Aspekte hinaus spiegelt das Lastenfahrrad auch das Streben nach einem nachhaltigeren Lebensstil wider, der weniger vom Auto abhängig ist. Da es innerhalb des Haushalts gemeinsam genutzt wird, passt es sich den Anforderungen des Alltags und den Bedürfnissen der Familienfahrten an.
Weitere Informationen
- Mobilitätsakademie des TCS: Shared Mobility Pop-Up Hubs
- OUVEMA: Die Auswirkungen von Lastenfahrrädern auf die Mobilität
- Aktuelles Dossier von Mobilservice «Stadtlogistik: Städte im Umgang mit Online-Einkäufen und Lieferungen“ (November 2025)
- Aktuelles Dossier von Mobilservice „Initiativen zur Förderung der Nutzung von Lastenfahrrädern“ (September 2022)
