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Elektroautos als rollende Speicher: Bidirektionales Laden geht in die Praxis

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Erstellt am 02.04.2026

Elektroautos von allride können als Energiespeicher genutzt werden (Foto: allride/AMAG) Elektroautos von allride können als Energiespeicher genutzt werden (Foto: allride/AMAG)

Durch bidirektionales Laden wandeln sich E-Autos von reinen Konsumenten zu intelligenten Speichern, die bei Bedarf Strom ins Netz zurückspeisen. In einem pionierhaften Projekt der ZUG ALLIANCE, der AMAG Gruppe und weiterer Partner werden Volkswagen-Modelle seit September 2025 an drei Standorten in Cham netzdienlich eingesetzt. Ziel ist es, Lastspitzen zu reduzieren, den Eigenverbrauch zu optimieren und die Netzstabilität zu sichern. Zudem sollen Erkenntnisse über das Potenzial der Technologie gewonnen werden, das durch die Verbindung von Mobilität, Energie und Infrastruktur entsteht.

Auf dem energietechnisch vorbildhaft aufgebauten Papieri-Areal in Cham dienen Carsharing-Fahrzeuge des AMAG-Tochterunternehmens allride als Pufferspeicher. Über die allride-App können diese Fahrzeuge sowohl von Bewohnenden für Fahrten gebucht als auch vom Areal zur Energiespeicherung genutzt werden. Mit einer Leistung von bis zu 33 kW (drei Fahrzeuge à ca. 11 kW) lassen sich damit Energieverbrauchsspitzen abfedern und Engpässe entschärfen ("Peak Shaving"), etwa beim Anlaufen einer Wärmepumpe. Dank durchgehender Digitalisierung stellt das System sicher, dass bei Fahrzeugreservierungen stets genügend Kapazität für die geplante Fahrt vorhanden ist. Allride bietet somit ein «Mobility as a Service»-Modell, das die Nutzung von Fahrzeugen ohne eigenen Besitz ermöglicht und gleichzeitig zu einer stabilen und nachhaltigen Energieversorgung im Areal beiträgt.

Parallel dazu testet die AMAG Zug mit Helion BiDi die Vernetzung von Solaranlagen und Wärmepumpen mit bidirektionalen Ladestationen. Ein intelligentes Energiemanagementsystem steuert hier das gezielte Be- und Entladen, um aktiv zur Netzstabilität beizutragen. Simulationen belegen, dass diese Technologie die Integration fluktuierender erneuerbarer Energien wie Solar- und Windstrom erleichtert.

Seit Januar 2026 macht das Energielösungsunternehmen Helion das bidirektionale Ladeangebot auch für Privat- und Firmenkunden zugänglich. In Japan ist diese Technologie bereits Standard bei Elektrofahrzeugen. Nach dem Pilotprojekt «V2X Suisse» durch Mobility von 2021 bis 2024 veranschaulichen die Projekte von AMAG und allride den Übergang von der Theorie zur praktischen, alltäglichen Anwendung. Allride möchte damit Mobilität und Infrastruktur näher zusammenbringen und einen wichtigen Beitrag für die Dekarbonisierung und ein Energienetz der Zukunft leisten.

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