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Gemeinsam pendeln - wie können wir Fahrgemeinschaften fördern?

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Erstellt am 09.02.2026

Der selbstorganisierte Shuttlebus, eine erweiterte Form der Fahrgemeinschaft (Abbildung: mobilidée) Der selbstorganisierte Shuttlebus, eine erweiterte Form der Fahrgemeinschaft (Abbildung: mobilidée)

Fahrgemeinschaften haben es in der Schweiz schwer, sich durchzusetzen. Die mangelnde Akzeptanz lässt sich teilweise durch die damit verbundenen zeitlichen und organisatorischen Einschränkungen erklären, aber auch durch die Qualität und Dichte des öffentlichen Verkehrsnetzes im Vergleich zu anderen Ländern.

Carpooling ist jedoch für Pendelfahrten durchaus sinnvoll. Heute fährt jede zweite Person mit dem Auto zur Arbeit, wobei die durchschnittliche Auslastung der Fahrzeuge nicht mehr als 1.1 Personen beträgt, während die Strassen zu den Stosszeiten überlastet sind. Das Optimierungspotenzial ist also unbestreitbar. Fahrgemeinschaften bieten zahlreiche Vorteile: Sie tragen zur Verringerung von Staus und Schadstoffemissionen bei, entlasten die Parkplätze von Unternehmen und ermöglichen es den Mitarbeitern, ihre Fahrtkosten zu senken.

In diesem Zusammenhang können Unternehmen auf verschiedenen Ebenen tätig werden: Sensibilisierung ihrer Mitarbeitenden, kostenlose oder vergünstigte Parkplätze für Fahrgemeinschaften, Veranstaltungen, die Begegnungen zwischen Kolleg:innen mit ähnlichen Arbeitswegen fördern, oder Tools, die die Kontaktaufnahme erleichtern. Nebst diesen Massnahmen gibt es konkrete Lösungen, beispielweise die folgenden beiden:

Selbstorganisierte Shuttlebusse, eine Mischung aus öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrgemeinschaften, sind noch wenig bekannt. Sie stellen eine Alternative zu Shuttlebussen mit fest zugeteilten Fahrer:innen dar, die für kleine Unternehmen oft zu teuer sind. Es handelt sich um Fahrzeuge mit 7 bis 8 Plätzen – für mehr Plätze ist eine spezielle Fahrerlaubnis erforderlich –, die von den Nutzenden abwechselnd gefahren werden. Sie haben einen festen Abfahrtsort, oft einen P+R-Parkplatz, und fahren bis zum Firmengelände, mit maximal einer Zwischenstation. Sie fahren täglich zu festgelegten Zeiten hin und zurück. Sie dürfen jedoch nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr konkurrieren (Fahrpläne, Strecke). Die Fahrzeuge werden vom Arbeitgeber bereitgestellt und die Fahrgäste zahlen ein günstiges Monatsabonnement. Insbesondere Unternehmen aus dem Jurabogen setzen diese Lösung um und profitieren von der Beratung und dem betriebsfertigen Angebot von mobilidée.

Werfen wir nun einen Blick auf das Tessin, genauer gesagt auf die Region Chiasso. Die Initiative MomòRide zur Förderung der geteilten Mobilität zwischen lokalen Mitarbeitenden wurde dort gerade von den drei Gemeinden Chiasso, Balerna und Novazzano in Zusammenarbeit mit der Regionalentwicklung von Mendrisiotto und der Stiftung lastminute ins Leben gerufen. Sie wird über einen Zeitraum von zwei Jahren mit der für die drei Gemeinden angepassten Mobalt-App durchgeführt und sieht individuelle Prämien mit einem Preisgeld von 500 Franken pro Monat sowie kollektive Challenges mit Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen vor. Ziel ist es, möglichst viele Unternehmen und Pendler:innen zu mobilisieren, um die Verkehrs- und Umweltsituation im unteren Mendrisiotto zu verbessern. Die Teilnahme ist für Nutzende und Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitenden kostenlos. Für das erste Jahr sind zudem Vorzugskonditionen vorgesehen.

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