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Die Strasse, ein Lebensraum zum Neuerfinden

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Erstellt am 09.02.2026

Eine spielerische Strasse voller Leben (Foto: Stadt Bern) Eine spielerische Strasse voller Leben (Foto: Stadt Bern)

Stellen Sie sich eine Stadt vor, in der jede Strasse eine Geschichte erzählt, in der die Trottoirs nicht mehr nur Betonstreifen sind, sondern Schauplätze des Lebens, des Spielens und der Begegnung. Eine Stadt, in der man nicht mehr nur vorbeigeht, sondern sich die Zeit nimmt, anzuhalten, die Kinder klettern und rennen zu lassen, mit den Nachbar:innen zu plaudern. Das ist das Ziel von „Bespielbare Strassen”, dem Thema des 22. Webinars von Mobilservice.

Die drei Referentinnen brachten Argumente und konkrete Beispiele vor, um zu zeigen, dass die Strasse viel mehr sein kann – und sein muss – als ein Korridor für Autos: ein Lebensraum und Ort der sozialen Begegnung für alle. Denn wie Jenny Leuba von Fussverkehr Schweiz erklärt, bezieht sich die bespielbare Strasse zwar in erster Linie auf das Spielen, bietet aber auch eine Vielzahl unterschiedlicher Nutzungs- und Aneignungsmöglichkeiten, weit entfernt von der Monotonie klassischer Strassen.

Initiativen in Bern und Wien, vorgestellt von Laura Mosimann und Elisabeth Irschik, zeigen, dass manchmal nur wenig notwendig ist, um das Gewöhnliche in etwas Aussergewöhnliches zu verwandeln: ein Hauch von Farbe, Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen, Wasserinstallationen und so weiter. Diese einfachen und cleveren Gestaltungselemente schaffen Strassen, die menschlicher, fröhlicher und lebendiger sind. Sie fördern Bewegung, Begegnung und Kreativität. Sie erinnern daran, dass die Stadt denen gehört, die sie jeden Tag durchqueren. Denn die spielerische Strasse richtet sich an alle Generationen: Sie bietet Kindern einen Spielplatz und Erwachsenen und älteren Menschen einen Ort der Begegnung und Entspannung.

Dennoch bleibt unsere Vorstellungskraft oft vom Auto geprägt. Das beginnt schon bei Kinderbüchern, in denen das Auto dominiert. Aurélie Schmassmann zeigt in ihrer Dissertation: Junge Menschen meiden das Velo insbesondere aus Angst, den Verkehr zu behindern oder keinen Platz auf der Strasse zu finden - obwohl sie nach Unabhängigkeit streben. Wie das Urban Cycling Institute betont, ist die Vorstellungskraft die Grundlage für Innovation und Veränderung. Dies erfordert neue Geschichten in Kinderbüchern oder die Gamifizierung der Strassen, um allen Menschen sichere und lebendige Räume zu bieten.

Die Kampagne „Walk to School” veranschaulicht diese Philosophie perfekt. Indem sie Schüler:innen dazu ermutigt, zu Fuss zur Schule zu gehen, wird ihnen aufgezeigt, dass der Weg ein spannendes Abenteuer sein kann, ein Moment der Entdeckung und der Freiheit. Was wäre, wenn morgen jede Strasse zu einer Einladung zum Spielen, zur Bewegung und zum Zusammenleben würde? Was wäre, wenn der Weg endlich zu einem integralen Bestandteil des Ziels würde?

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