Veloverleih: Studie aus dem Tessin und weitere Neuigkeiten
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Erstellt am 03.06.2026
Veloverleihstation (Foto: Mobilservice)
Das Veloverleihsystem (VVS) ist seit fast 15 Jahren ein fester Bestandteil der Mobilität im Tessin. Im Jahr 2024 verfügten die Ballungsräume Lugano, Locarno, Bellinzona und Mendrisio über rund 1000 Velos (davon fast die Hälfte E-Bikes), verteilt auf fast 300 Stationen, die alle von demselben Anbieter betrieben wurden.
Eine vom Kanton in Auftrag gegebene Studie von Transitec analysierte das System auf Basis der Nutzungsdaten von 2024 und einer Umfrage unter den Nutzerinnen und Nutzern. Die Studie ergab:
- eine stärkere Nachfrage am Ende des Tages, jedoch zu jeder Tages- und Nachtzeit vorhanden;
- Fahrten zur Arbeit, aber auch in der Freizeit und zum Einkaufen;
- eine Ergänzung zum öffentlichen Verkehr (Nachtfahrten, erste oder letzte Meile…);
- relativ kurze zurückgelegte Strecken in den Stadtzentren.
Von den Befragten gaben 20 % an, das Auto oder das motorisierte Zweirad gegen das geteilte Velo eingetauscht zu haben. Auch wenn Bike-Sharing nur einen begrenzten Teil des gesamten motorisierten Verkehrs direkt ersetzt, kann es als Teil einer kohärenten Mobilitätsstrategie eine wichtige Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Mobilität spielen. Die Studie hat zudem die Unterschiede zwischen den vier Tessiner Ballungsräumen hinsichtlich der Angebotsdichte, der Nutzungshäufigkeit der Stationen, der Start-Ziel-Paare der Fahrten und der Nutzungsmotive quantifiziert.
Dank dieser Analysen und eines Benchmarks zu vergleichbaren Netzwerken wurden Optimierungsvorschläge unterbreitet, insbesondere eine bessere räumliche Verteilung der Stationen, eine stärkere Konzentration in strategischen Bereichen sowie die Preisgestaltung. Der Ausbau des separaten Velowegenetzes stellt zudem einen wichtigen Hebel dar, um neue Nutzer:innen zu gewinnen. Die Ergebnisse der Studie führten zu einer Reduzierung des Angebots und einige Gemeinden sind nach wie vor unzufrieden mit dem Dienstleister.
Lausanne-Morges hat sich in Zusammenarbeit mit der EPFL und der Universität Lausanne für den amerikanischen Anbieter Lime als Betreiber ihres einheitlichen VVS entschieden. Das Netz wird fast 900 Velos umfassen, die alle elektrisch betrieben werden. Dank eines Systems von virtuellen Stationen können die Velos frei an Veloständern oder ausgewiesenen Abstellplätzen abgestellt werden. Die Kosten für die Nutzenden werden in einer Grössenordnung liegen, die mit dem Preis eines Tickets für den öffentlichen Nahverkehr vergleichbar ist.
Elektrovelos haben eindeutig Rückenwind: Die PubliBike-Velospot-Systeme in Bern, Zürich und Freiburg wurden mit einem erhöhten Anteil an E-Bikes erneuert, während der Gemeindeverband Rivelac (Vevey-Montreux-Villeneuve) eine Ausschreibung für eine zu 100 % elektrische Flotte veröffentlicht hat, die für 2027 geplant ist.
Weitere Informationen
- Stadt Morges: Ein Veloverleih-Netzwerk für 27 Gemeinden (fr)
- Newsletter Agglo Rivelac: Ausschreibung für ein Veloverleihsystem (fr)
- Newsletter des Forums Bikesharing Schweiz: Artikel über E-Bikes in Schweizer Bike-Sharing-Systemen und weitere Neuigkeiten zum Bike-Sharing
- Mobilservice News Dossier «Velostationen und Bikesharing: Erkenntnisse aus Freiburg, Luzern und Aarau» (September 2025)
- Mobilservice News Dossier «Dynamische Entwicklungen beim Bikesharing» (Mai 2020)
Dokumente auf Französisch
- Propositions formulées par l'étude Transitec au Tessin [PDF, 233 KB]
