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Nachhaltige Mobilität in Gemeinden: digitale Werkzeuge als Hebel für lokale Verkehrspolitik

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Erstellt am 03.06.2026

Gemeinden und Unternehmen setzen auf die Mobalt-App, um nachhaltige Mobilität im Alltag erlebbar zu machen (Abbildung: Mobitrends SA) Gemeinden und Unternehmen setzen auf die Mobalt-App, um nachhaltige Mobilität im Alltag erlebbar zu machen (Abbildung: Mobitrends SA)

Gemeinden stehen vor einer wachsenden Herausforderung: Sie sollen die Mobilität ihrer Bevölkerung nachhaltiger gestalten, verfügen aber oft über begrenzte finanzielle und personelle Mittel, um wirksame Massnahmen umzusetzen. Ein viersprachiges digitales Instrument, das in der Schweiz bereits in verschiedenen Partnerschaften erfolgreich eingesetzt wird, zeigt, wie Technologie diese Aufgabe erleichtern kann.

Mobalt App ist eine Mobilitätsmanagement-Plattform, die es Gemeinden und Unternehmen ermöglicht, Mobilitätsanreize für die Bevölkerung und Mitarbeitende zu gestalten, zu verwalten und auszuwerten. Wer zu Fuss geht, Velo fährt, den öffentlichen Verkehr nutzt oder Fahrgemeinschaften bildet, sammelt Punkte und kann diese gegen Prämien einlösen. Das Prinzip ist einfach, die Wirkung konkret.

In der Zentralschweiz setzt Luzernmobil – ein Projekt des Verbands öffentlicher Verkehr Luzern (VVL) in Partnerschaft mit dem Kanton Luzern – die Mobalt-App im Rahmen seiner jährlichen Challenge ein. Dabei wird die Bevölkerung in ausgewählten Pilotregionen (2026: Oberes Seetal und Sursee Plus) eingeladen, einen Monat lang auf das eigene Auto zu verzichten und alternative Verkehrsmittel auszuprobieren. Wer Wege zu Fuss, mit dem Velo oder dem öV zurücklegt, sammelt Punkte und kann attraktive Gutscheine aus der Region gewinnen. Die beteiligten Gemeinden – darunter Hochdorf, Sursee, Ballwil und weitere – treten gemeinsam als Träger auf und schaffen so einen regionalen Rahmen, der über einzelne kommunale Massnahmen hinausgeht.

Im Mendrisiotto hat ein Konsortium aus den Gemeinden Chiasso, Balerna und Novazzano im Januar 2026 das Projekt MomòRide lanciert. Ziel ist die Förderung von Fahrgemeinschaften unter Pendler:innen und Unternehmen in der Region. Die Beteiligten laden die Mobalt-App herunter, erfassen ihre gemeinsamen Fahrten und nehmen an monatlichen Gewinnspielen teil. Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitenden können kostenlos mitmachen; grössere Betriebe erhalten einen Rabatt von 40 % auf das Mobalt-Abonnement. Träger des Projekts sind neben den drei Gemeinden auch die Regionale Entwicklungsagentur Mendrisiotto sowie weitere lokale Partner. Das Projekt läuft über zwei Jahre und soll möglichst viele Betriebe und Arbeitnehmende der Region einbinden.

Ein weiteres Beispiel liefert das Projekt ASGO, das ebenfalls auf der Mobalt-Infrastruktur aufbaut. Die Idee entstand aus einem ersten Austauschprojekt mit Unternehmen auf dem Areal St. Gallen West – Gossau Ost, bei dem deutlich wurde: Mitarbeitende wünschen sich mehr Flexibilität für ihren Arbeitsweg, ohne an ein einziges Verkehrsmittel gebunden zu sein. Mit der Mobalt App erhalten die Teilnehmenden deshalb ein Mobilitätsbudget, das innerhalb von 3 Monate flexibel eingesetzt werden kann, um direkt in der App ÖV-Tickets und -Abos zu kaufen, Bikesharing zu nutzen, und somit aktive Mobilität und Fahrgemeinschaften zu belohnen.

Was die genannten Projekte verbindet, ist die modulare Funktionsweise der Plattform. Gemeinden können selbst festlegen, welche Verkehrsmittel sie fördern möchten, welche Anreize sie einsetzen und wie hoch das Budget für Prämien oder Rückerstattungen ausfällt. Somit müssen die Gemeinden keine grossen Infrastrukturinvestitionen tätigen, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Digitale Instrumente wie Mobalt senken die Einstiegshürde und ermöglichen es, Bevölkerung und lokale Unternehmen aktiv einzubeziehen. Entscheidend ist dabei die Verankerung in einem Partnernetzwerk: Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Verkehrsverbünden, Arbeitgebenden und weiteren Akteuren stärkt die Wirkung und verteilt die Kosten auf mehrere Schultern.

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