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Gendergerechte Planung in der Praxis

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Erstellt am 26.08.2026

Vorher - Nachher auf der Fricktreppe in Bern. Die Leuchtmittel auf der Treppe wurden ersetzt, damit die Treppe auch tagsüber heller beleuchtet wird, was das Sicherheitsbefinden der Treppensteigenden erhöht. (Foto: bfm) Vorher - Nachher auf der Fricktreppe in Bern. Die Leuchtmittel auf der Treppe wurden ersetzt, damit die Treppe auch tagsüber heller beleuchtet wird, was das Sicherheitsbefinden der Treppensteigenden erhöht. (Foto: bfm)

Nicht alle Menschen bewegen sich gleich durch den öffentlichen Raum. Geschlecht, Alter, körperliche Voraussetzungen und Erfahrungen beeinflussen, welche Wege genutzt, gemieden oder als sicher wahrgenommen werden. Gendergerechte Planung setzt hier an und fragt, wie öffentliche Räume gestaltet sein müssen, damit sie möglichst zugänglich und sicher sind. Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte Angst- oder Unorte. Schlechte Beleuchtung, fehlende Übersicht, enge Räume oder mangelnde Ausweichmöglichkeiten können dazu führen, dass Orte als bedrohlich wahrgenommen und gemieden werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die tatsächliche Kriminalitätsbelastung, sondern auch das subjektive Gefühl, einer Situation ausgeliefert zu sein. Mit diesem Verhältnis von Raum, Unsicherheit und Kriminalität beschäftigt sich auch der Beitrag «Zwischen Orten und Unorten – Zum Verhältnis von Raum und Kriminalität» in der COLLAGE 6/24.

Ein Beispiel für gendergerechte Planung in der Praxis sind die Mattetreppen in Bern. Sie verbinden die Altstadt mit dem Mattequartier, sind eng, verwinkelt, teilweise überdacht und von Mauern umschlossen. Besonders nachts können die eingeschränkte Übersicht und fehlende Ausweichmöglichkeiten Unsicherheit auslösen. Manche Bewohner:innen meiden deshalb den direkten Weg über die Treppen. Die Fachstelle Fuss- und Veloverkehr der Stadt Bern hat gemeinsam mit der Büro für Mobilität AG, der Fachstelle für Gleichstellung in Geschlechterfragen und der städtischen Denkmalpflege Verbesserungen erarbeitet. In partizipativen Spaziergängen mit Anwohnenden und Fachorganisationen wurden Massnahmen zu Beleuchtung, Sauberkeit und Hindernisfreiheit entwickelt. Erste Verbesserungen sind umgesetzt, weitere wie zusätzliche Handläufe und Kontrastmarkierungen folgen.

Diese Massnahmen sollen das Sicherheitsgefühl verbessern. Planung stösst jedoch auch an Grenzen: Unsicherheit entsteht nicht nur durch räumliche Bedingungen, sondern auch durch Erfahrungen mit Belästigung, Gewalt oder diskriminierendem Verhalten. Ein gut gestalteter Raum kann Risiken reduzieren und Sicherheit stärken, die gesellschaftlichen Ursachen aber nicht allein beseitigen.

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