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Warum fahren immer mehr Outoorfans mit dem Zug? - Die Wirkung von Nudging im Freizeitverkehr

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Erstellt am 02.04.2026

Die Social-Media-Kampagne von Arosa in Zusammenarbeit mit der HSLU (Foto: HSLU) Die Social-Media-Kampagne von Arosa in Zusammenarbeit mit der HSLU (Foto: HSLU)

Wie kann nachhaltige Mobilität im Schweizer Outdoor-Tourismus gezielt gestärkt werden? Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt «Target Nudging» der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit Arosa Tourismus. Ziel war es, zu untersuchen, wie gezielte Kommunikationsimpulse die Wahl des Verkehrsmittels bei der Anreise beeinflussen können. Beim Nudging werden Menschen durch kleine Anstösse zu nachhaltigerem Verhalten motiviert, ohne Verbote oder finanzielle Anreize. Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene solcher Entscheidungshilfen entwickelt und getestet, inwiefern sie Reisende zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs bewegen können.

Von Herbst 2024 bis Sommer 2025 wurden mit Arosa Tourismus mehrere Social-Media-Kampagnen umgesetzt. Getestet wurden unterschiedliche Botschaften: soziale Normen ("Immer mehr Outdoorfans fahren mit dem Zug"), wirtschaftliche Argumente ("Auch gut fürs Bündner Business") sowie emotionale Vorteile wie mehr Komfort ("Zug - die neue Me Time"). Die Ergebnisse zeigen: Besonders wirksam sind einfache, emotional formulierte Botschaften sowie Inhalte, die Zugehörigkeit vermitteln. Auch Argumente rund um Komfort und Freiheit erhöhen die Bereitschaft, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Komplexe Informationen oder moralische Appelle zeigen hingegen kaum Wirkung.

Gleichzeitig zeigt das Forschungsprojekt SIAMUS (Integrated System for the Analysis of Sustainable Urban Mobility) aus Italien, dass wirksame Mobilitätslösungen über Kommunikation hinausgehen müssen. SIAMUS kombiniert deshalb reale Mobilitätsdaten direkt mit gezielten Anreizen. Über Tools wie "Pin Bike" werden Fahrten per GPS erfasst und Nutzende erhalten dafür Belohnungen. Es wird deutlich, dass Nudges ein wirksames Instrument sind, um Verhaltensabsichten positiv zu beeinflussen. Für eine nachhaltig tiefgreifende Verhaltensänderung braucht es aber meist eine Kombination mit weiteren Massnahmen, wie direkte Anreize (z.B. Belohnungen) oder konkrete infrastrukturelle Verbesserungen (beispielsweise beim Gepäcktransport oder bei Mietlösungen für Sportausrüstung).

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