Die Gotthard-Achse: Ein runder Geburtstag und verschiedene Herausforderungen
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Erstellt am 26.08.2026
Der Gotthard-Basistunnel wurde vor 10 Jahren in Betrieb genommen und ist zentral für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene (Bild: Trafiko, Geschäftsstelle GHK)
Täglich fahren durchschnittlich 86 Güterzüge durch den Gotthard. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene gehört zu den zentralen Zielen der Schweizer Verkehrspolitik. Mit der NEAT wurde dafür eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen. Dennoch zeigen die aktuellen Entwicklungen zehn Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, dass die Verlagerung ins Stocken geraten ist. Das Aufkommen im Schienengüterverkehr entwickelt sich rückläufig (-3.7% Tonnen, Verlagerungsbericht 2024), während die politischen Diskussionen um die Zukunft des Güterverkehrs an Intensität gewinnen. Dies verdeutlicht auch die aktuelle Revision des Güterverkehrsverlagerungsgesetzes oder die Diskussionen um die neue Strategie von SBB-Cargo.
Die Bilanz im Personenverkehr fällt hingegen positiv aus. Die Nachfrage ist deutlich gestiegen. Die NEAT hat Reisezeiten verkürzt, Kapazitäten erhöht und die Erreichbarkeit des Tessins verbessert. Die Nachfragezunahme kann im Tool auf der Website des Gotthard-Komitees für jeden Bahnhof nachverfolgt werden. Gleichzeitig gewinnt die internationale Anbindung der Schweiz mit der Eisenbahn aus klimapolitischen Gründen wieder an Bedeutung. Neue Direktverbindungen, etwa nach Rom oder London, können das Reisen auf der Schiene attraktiver machen.
Die beschriebenen Themen gehören zu den Schwerpunkten des Gotthard-Komitees, das seit 2025 von Trafiko geführt wird und heute 13 Kantone, Städte, Gemeinden und Wirtschaftspartner entlang des Gotthard-Korridors vereint. Mit der 2024 verabschiedeten Strategie 2030 verfolgt das Komitee das Ziel, die Lebens- und Wirtschaftsräume entlang der Achse mit einer zuverlässigen, effizienten und emissionsarmen Mobilität zu stärken und zu vernetzen.
Die Entwicklung zeigt, dass Infrastruktur allein nicht genügt. Um die Potenziale der Achse auszuschöpfen, braucht es auch innovative Mobilitäts- und Logistikangebote. In der Good-Practice-Sammlung des Gotthard-Komitees sind erfolgreiche Beispiele und innovative Angebote aus dem Personen- und Güterverkehr sichtbar.
Der Fokus der Schweizer Verkehrspolitik liegt zurzeit vermehrt auf der Ost-West-Achse, wie etwa bei Verkehr ’45. Für eine optimale Verkehrsentwicklung in der Schweiz darf die Nord-Süd-Achse jedoch nicht aus dem Blick geraten. Sie bleibt eine tragende Lebensader für Personen- und Güterverkehr.
Weitere Informationen
- Website Gotthard-Komitee
- Nachfrage-Tool Personenverkehr für alle Schweizer Bahnhöfe (Ein- und Aussteigerzahlen)
- Good-Practice-Sammlung von Angeboten auf der Nord-Südachse (Personen und Güterverkehr)
- Visualisierungstool TRAVIC für öV-Angebote
- Überblick Güterverkehrsströme von Nordsee ans Mittelmeer
- Fakten zu Bahn 2050
