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Verkehrsdrehscheiben als lebendige Aufenthaltsräume

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Erstellt am 01.07.2026

Ein Bahnhofplatz soll zum Warten und Verweilen einladen sowie den Fussverkehr priorisieren (Foto: QIMBY) Ein Bahnhofplatz soll zum Warten und Verweilen einladen sowie den Fussverkehr priorisieren (Foto: QIMBY)

Verkehrsdrehscheiben müssen Sicherheit, Komfort und Aufenthaltsqualität bieten. Kurze Wege und eine Priorisierung des Fuss- und Veloverkehrs sind entscheidend, um die Attraktivität des Umsteigens zu steigern sowie städtische und ländliche Räume nahtlos zu verbinden. Diese Erkenntnisse gingen aus der Jahrestagung 2026 des Netzwerks Verkehrsdrehscheiben hervor, die am 5. Mai 2026 in Zürich stattfand.

Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE präsentierte drei neue Merkblätter, die konkrete Handlungsanleitungen mit praktischen Beispielen bieten. Sie beschreiben Projektabläufe und Governance-Prozesse für die städtebauliche Gestaltung und Umsetzung von Verkehrsdrehscheiben und unterstreichen die Integration von Bike+Ride in alle Park+Ride-Anlagen. Zudem werden urbane Verkehrsdrehscheiben ausserhalb von Bahnhöfen thematisiert, die durch die räumliche Nähe von Veloabstellplätzen, Sharing-Angeboten und Servicedienstleistungen kurze Wege garantieren sollen. Die Merkblätter wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Raumentwicklung der Ostschweizer Fachhochschule und Citec entwickelt.

Roland Kager zeigte anhand inspirierender Beispiele aus den Niederlanden: Der Bahnhof ist kein reiner Knotenpunkt, sondern ein lebendiger Aufenthaltsraum. 50 % der Wege zum Bahnhof werden in den Niederlanden mit dem Velo zurückgelegt. Dazu braucht es nebst Velowegen auch hochwertige Veloinfrastruktur auf dem Bahnhofareal. Der Bahnhofvorplatz soll jedoch in erster Linie dem Fussverkehr und Verweilen gewidmet sein, damit Wartesituationen attraktiv überbrückt werden können. Dies gelingt durch verschiedene verkehrsplanerische Prinzipien: Velostrassen werden möglichst nahe an den Bahnhof geleitet und am Rand des Bahnhofgebiets abgefangen. Veloabstellplätze an verschiedenen Eingängen vermeiden das Durchqueren von Aufenthaltsflächen und ermöglichen effiziente Zugänge. Ebenso werden Busse auf demselben Level und nahe der Zügen platziert, Autoparkplätze hingegen an den Rand des Bahnhofgebietes verlagert.

Vier interaktive Foren boten Einblicke aus konkreten Projekten. Am Beispiel Lausanne wurde deutlich: Die Baustelle soll keine Zwischenphase sein, sondern bereits das Projekt, das als Lernprozess für die weitere Entwicklung dient. Die Bedeutung der frühzeitigen Zusammenarbeit aller Beteiligten und klarer Zuständigkeiten wurde in einem weiteren Forum diskutiert. Als Grundlage hierfür diente die Arbeitshilfe von Kontextplan zur Planung von Verkehrsdrehscheiben, die im Auftrag des Städteverbands, der SBB und des Bundesamts für Verkehr entstand.

Wie langfristige Qualität auf Bahnhofsplätzen geschaffen werden kann, wird zudem im Metron Themenheft 41 diskutiert.

Weitere Informationen:

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