Der Schulweg: Förderung der aktiven Mobilität bei Kindern
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Erstellt am 30.09.2026
Die Velobus-Initiative des VCS fördert das Velofahren unter optimalen Sicherheitsbedingungen. (Foto: Corinne Aeberhard, 2020)
Was wünschen sich Kinder für ihren Schulweg und welche Hindernisse stehen einer aktiveren Mobilität im Weg? Eine Analyse des VCS, die auf mehr als 11'500 Fragebögen basiert, die zwischen 2017 und 2024 in Genf an Schüler:innen und ihre Familien zum Thema Alltagsmobilität verteilt wurden, zeigt eine Diskrepanz zwischen den Fortbewegungsgewohnheiten der Schüler:innen und ihren Präferenzen auf. Sie liefert zudem Ansätze, um Schulwege sicherer zu gestalten und die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern.
Zu Fuss gehen ist nach wie vor die wichtigste Fortbewegungsart auf dem Schulweg. Die Antworten der Kinder zeigen jedoch, dass das Velo und das Trottinett eine weitaus grössere Rolle spielen könnten. 14 % der Kinder würden gerne mit dem Velo zur Schule fahren, während dies derzeit nur 4 % tun. Dieses Potenzial ist in ländlichen Gebieten besonders gross.
Die Studie beleuchtet auch die Rolle der „Eltern-Taxis“. In 40 % der Fälle geben die Eltern an, ihr Kind mit dem Auto zu begleiten, weil die Schule auf ihrem Weg zur Arbeit oder zu einer anderen Aktivität liegt. Das Auto wird zudem in den ländlichen und stadtnahen Gebieten von Genf häufiger genutzt. Auch die empfundene Sicherheit spielt eine Rolle. Starker Verkehr rund um die Schulen kann Eltern dazu veranlassen, ihre Kinder mit dem Auto zu bringen, was wiederum dazu beiträgt, den Verkehr in der Nähe der Schulen zu erhöhen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines Strassenumfelds, das es Kindern ermöglicht, sich sicher zu Fuss, mit dem Velo oder dem Trottinett fortzubewegen. Der VCS empfiehlt insbesondere, eine geeignete Infrastruktur auszubauen, den Verkehr und die Geschwindigkeiten in der Nähe von Schulen zu reduzieren und Schulstrassen zu fördern. Auch Massnahmen im Bereich des Parkierens am Arbeitsplatz der Eltern tragen dazu bei, dass Kinder aktiv zur Schule gelangen können.
Eine weitere Umfrage des VCS unter 800 Eltern bestätigt die Bedeutung dieses Themas auf schweizerischer Ebene. Tatsächlich halten 41 % der Eltern den Schulweg für gefährlich. Die Eltern fordern insbesondere sichere und durchgehende Fusswege, gesicherte Querungsmöglichkeiten sowie angepasste Geschwindigkeiten in der Nähe von Schulen. Initiativen wie „Pedibus“ oder „Velobus“ gibt es bereits, um die Sicherheit und Selbstständigkeit beim Schulweg mit aktiver Mobilität zu stärken.
Indem sie den Kindern bei der Gestaltung der Schulmobilität mehr Raum geben und das Mobilitätsumfeld konkret verbessern, können Gemeinden und Schulen dazu beitragen, die Sicherheit, die Selbstständigkeit und die Attraktivität der aktiven Mobilität zu stärken.
Seit Anfang 2026 ist die erste Version von schulweg.ch des Vereins moveable online. Die Plattform (entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Beobachter, Fussverkehr Schweiz und dem Fonds für Verkehrssicherheit) sammelt und koordiniert Informationen zum Schulweg und macht sie einfacher verfügbar. Dies soll helfen, dass mehr Kinder selbstständig zur Schule gehen können.
Weitere Informationen
- VCS-Studie zu Schulwege in Genf
- VCS-Studie zu Schulwege in der Schweiz
- Informationen des VCS zum Pedibus
- Informationen des VCS zum Velobus
- Plattform schulweg.ch von moveable
- Mobilservice News Dossier „Velobus: Wie der Pedibus, aber auf zwei Rädern!“ (September 2024)
- Mobilservice Praxis Beispiel „Schulwegberatung – Partizipative Schwachstellenanalyse“ (August 2025)
