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Velohäuser und sprachliche Tribunals: Die Velo-city 2026 in Rimini

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Erstellt am 01.07.2026

Velo-Kultur oder Infrastruktur? Rimini zeigt in der Stadt und an der Konferenz, dass beides Hand in Hand geht gehen muss (Foto: bfm) Velo-Kultur oder Infrastruktur? Rimini zeigt in der Stadt und an der Konferenz, dass beides Hand in Hand geht gehen muss (Foto: bfm)

Die Velo-city Conference fand dieses Jahr in Rimini statt. Die Stadt hat in den letzten 30 Jahren viel in nachhaltige Mobilität und Infrastruktur für den Fuss- und Veloverkehr investiert, sodass die Anreise zum Kongresszentrum selbstverständlich mit dem Velo machbar ist. Auf dem «Anello verde», dem grünen Ring, ist von der Sommerhitze nur wenig spürbar und die neue Fuss-Velo-Brücke über die Via Roma ermöglicht die ungestörte, sichere Fahrt über die Hauptverkehrsachse.

Die reichhaltigen Workshops, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Plenary Sessions boten Einblicke in die Zukunft des Velofahrens. Wie wichtig Inklusion für eine vielfältige Velokultur ist, beschrieb Méghane Affaire vom Langzeit-Verleihsystem «Véligo» der Île-de-France. Dieser ermöglicht das Testen und Ausleihen von verschiedenen Arten von Velos über mehrere Monate und subventioniert den Kauf von Velos. Aufgrund einer Evaluation, die Mängel aufgezeigt hatte, wurde Anfang 2026 die Veloflotte diversifiziert und 500 Spezialvelos aufgenommen. Um die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit zu verbessern, wurden sogenannte «Maisons du Vélo» (Velohäuser) eingerichtet, wodurch der Service persönlicher und zugänglicher wurde. Wichtig ist, dass sich der Preis für die Ausleihe zwischen Spezial- und Normvelos nicht unterscheidet. So kann sich das Velo als reale Mobilitätslösung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität etablieren. Die Evaluation steht noch aus, doch die grosse Nachfrage seit Anfang Jahr bestätigt die Attraktivität der Kampagne.

Mehrere Beiträge widmeten sich der Kommunikation und Sprache, einige auch mit Humor. So wurden im Rahmen eines Tribunals verschiedene Fachbegriffe kritisch hinterfragt. Wieso sagen wir «The road is closed», obwohl dies nur für Autos gilt? Oder warum sprechen wir von «accidents», wenn diese wissentlich in Kauf genommen werden?

Ein weiteres spannendes Format bot die "Two-way track debate". Hier wurde die Frage diskutiert "Was kommt zuerst: Velo-Kultur oder Infrastruktur?". Die Teilnehmenden formierten Gruppen entlang des Kultur-Infrastruktur-Kontinuums, die anschliessend in Mini-Parlamenten debattierten. Das Fazit nach einer Stunde Diskussion lautete: Es braucht verschiedene Velokulturen gleichzeitig, um Vielfalt möglich und sichtbar zu machen. Gleichzeitig muss die Infrastruktur so gebaut werden, dass sie für alle nutzbar und sinnvoll ist.

Die Velo-city in Rimini verdeutlichte, dass es weiterhin viel zu tun gibt, aber inspirierende Projekte und Ideen vorhanden sind, mit denen eine nachhaltige Mobilitätszukunft weiterentwickelt werden kann.

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