RechercheRecherche ein-/ausklappen

Die 3 Recherchefunktionen für Ihre gezielte Suche in der Mobilservice Datenbank: Stichwortsuche, einfache Suchmaske (Piktogramme) und verfeinerte Suchkriterien (weiter unten).

In welchen Inhalten suchen?
Verkehrsmittel
Verkehrszweck

Auswahl aufheben

GEHsundZH – Analyse der Fussverkehrsfreundlichkeit für Gemeinden im Kanton Zürich

Erstellt am 03.06.2026

Beispiel der Bildwelt von GEHsundZH (Bild: Kanton Zürich) Beispiel der Bildwelt von GEHsundZH (Bild: Kanton Zürich)

GEHsundZH ist ein standardisiertes Analyse- und Diagnoseinstrument zur systematischen Erfassung der Fussverkehrsfreundlichkeit auf Gemeindeebene und ist ein Angebot des Kantons Zürich an seine Gemeinden. Es kombiniert Infrastrukturbeurteilung, Analyse der Planungspraxis und Bevölkerungsbefragung und schafft damit eine belastbare Grundlage für strategische Entscheide sowie eine Standortbestimmung mit konkreten Handlungsfeldern. Teilnehmende Gemeinden erhalten eine Auszeichnung («Gut zu Fuss») und profitieren von einem standardisierten, vergleichbaren Verfahren. Das Beispiel der Stadt Wädenswil zeigt exemplarisch die Anwendung der GEHsund-Methodik in einer mittelgrossen Stadt mit ländlichen Ortsteilen.

Profil & Eckdaten

zugeordnete Tags/Schlagwörter

  • Pendler
  • Fuss
  • Einkauf
  • Freizeit

Jährliche Betriebskosten

  • gering (bis Fr. 5'000.-)
0 5'000 20'000
  • gering (bis Fr. 5'000.-)

Investitionskosten

  • gering (bis Fr. 10'000.-)
  • mittel (bis Fr. 50'000.-)
0 10'000 50'000
  • gering (bis Fr. 10'000.-)
  • mittel (bis Fr. 50'000.-)

Raumtyp

  • Zentrum / Stadt
  • Agglomeration
  • Ländlich / Dorf

Gemeindegrösse

  • < 5'000 Einwohner
  • 5'000 - 10'000 Einwohner
  • 10'000 - 20'000 Einwohner
  • > 20'000 Einwohner

Beispiel

Stadt Wädenswil ZH

Die Stadt Wädenswil wurde 2025/26 im Rahmen des kantonalen Angebots GEHsundZH analysiert. Die Anwendung erfolgte auf Initiative der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem Kanton Zürich, insbesondere mit der Fachstelle Fussverkehr. Ziel war nicht eine umfassende Schwachstellenanalyse oder punktuelle Massnahmenplanung, sondern eine integrierte planerische und politische Standortbestimmung als Grundlage für die Weiterentwicklung des Fussverkehrs und der kommunalen Fussverkehrspolitik. 

Wädenswil hat ein städtisches Zentrum am See und ländliche Ortsteile am Hügel (Foto: Fussverkehr Schweiz) Wädenswil hat ein städtisches Zentrum am See und ländliche Ortsteile am Hügel (Foto: Fussverkehr Schweiz)

Beschreibung

Hintergrund

Zufussgehen hat viele Vorteile: Es ist einfach, flexibel und platzsparend, verursacht den geringsten CO₂‑Ausstoss im Verkehr und wirkt sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Kurz gesagt: Gehen ist die nachhaltigste Art der Fortbewegung. Obwohl über die Mobilität insgesamt zahlreiche Erhebungen, Statistiken und Vergleiche vorliegen, fehlen zum Fussverkehr oft konkrete Informationen. Zufussgehende werden in der planerischen Praxis daher häufig unzureichend berücksichtigt, und bestehende Standards oder sogar gesetzliche Vorgaben werden nicht flächendeckend angewendet. Der Fussverkehr muss deshalb stärker sichtbar und systematisch erfassbar gemacht werden.

Um dem Gehen einen höheren Stellenwert einzuräumen, lancierte Fussverkehr Schweiz zusammen mit weiteren Partnern das Projekt «GEHsund – Städtevergleich Fussverkehr». Zwischen 2020 und 2022 wurden knapp 30 Schweizer Städte hinsichtlich ihrer Fussgängerfreundlichkeit genauer unter die Lupe genommen. Zu diesem Zweck wurden die folgenden drei methodische Instrumente entwickelt und angewendet:

  • Fussverkehrstest - Bewertung der Infrastruktur
  • Planungspraxis - Stellenwert des Fussverkehrs in der Verwaltung
  • Zufriedenheit - Bevölkerungsumfrage zum Fussverkehr

Der dazugehörige Schlussbericht der ersten Phase sowie die drei Teilberichte (Fussverkehrstest, Planungspraxis, Zufriedenheit) wurden 2020 veröffentlicht – die Berichte der zweiten Phase 2022.

Übersicht der Fussverkehrsfreundlichkeit in der Stadt Wädenswil (Graphik: GEHsundZH) Übersicht der Fussverkehrsfreundlichkeit in der Stadt Wädenswil (Graphik: GEHsundZH)

Angebot

Um den Fokus stärker auf den Fussverkehr auszurichten, hat sich das Amt für Mobilität des Kantons Zürich (AFM, Fachstelle Fussverkehr) dazu entschlossen, die Instrumente zur Analyse der Fussgängerfreundlichkeit unter dem Namen «GEHsundZH» anzubieten mit dem Ziel, dass sich möglichst viele Gemeinden und Städte daran beteiligen. Das Vorgehen von «GEHsundZH» beruht auf der ursprünglichen Methodik «GEHsund – Städtevergleich Fussverkehr». Die Fachstelle Fussverkehr unterstützt die Gemeinden und Städte sowohl finanziell mit ca. einen Drittel der Kosten als auch fachlich und organisatorisch bei der Durchführung von GEHsundZH. 

Kurzes Erklärvideo des Kantons Zürich zum Angebot GEHsundZH (Quelle: Kanton Zürich)

Erfahrungen

Die Erfahrungen mit GEHsundZH in Wädenswil überzeugen vor allem in dreierlei Hinsicht:

  • Integrierte Betrachtung von Infrastruktur, Governance und Wahrnehmung
  • Vergleichbarkeit mit anderen Gemeinden in Bezug zur Planung und Förderung des Fussverkehrs
  • Sensibilisierung von Verwaltung und Politik

Die Anwendung in Wädenswil verdeutlicht, dass die Methodik insbesondere als Instrument zur strukturierten Standortbestimmung und zur Schärfung des Problembewusstseins wirkt. Bestehende Grundlagen – wie kommunaler Verkehrsrichtplan, Schwachstellenanalysen und Verkehrskonzepte – wurden im Prozess systematisch erfasst und bewertet.

Entscheidend für die Wirkung ist, in welchem Umfang die Erkenntnisse in eine kohärente Planung überführt und konsequent weiterverfolgt werden. Im Zentrum steht dabei weniger die Umsetzung einzelner konkreter Massnahmen, als vielmehr die bessere Verankerung des Fussverkehrs in der Gesamtmobilität und in bestehenden Planungsinstrumenten.

Die Analyse mit der GEHsundZH-Methodik hat in Wädenswil drei zentrale Handlungsfelder identifiziert:

  • Bessere Koordination von Entwicklungen im Gesamtgemeindegebiet
  • Verbesserung der Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr
  • Umgang mit Nutzungskonflikten mit dem Veloverkehr

Zudem wird ein klarer Bedarf an Aufwertungen des öffentlichen Raums sichtbar – insbesondere hinsichtlich Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung.

Insgesamt liefert GEHsundZH wichtige strategische Impulse. Die nachhaltige Wirkung hängt jedoch wesentlich von Priorisierung, Umsetzung und Verstetigung der Massnahmen ab.

Bislang haben 15 Gemeinden im Kanton Zürich den GEHsund-Prozess durchlaufen. Sieben Gemeinden waren in den nationalen Durchführungen dabei und in 8 Gemeinden wurde das GEHsundZH Programm durchgeführt. Der Kanton begleitet die Umsetzung durch einen regelmässigen Erfahrungsaustausch, der von allen Beteiligten sehr geschätzt wird.

Wirkung

Umwelt und Energie

GEHsundZH unterstützt die nachweislich nachhaltigste Form der Fortbewegung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende. 

Gesellschaft

Die Analyse sensibilisiert Verwaltung und Bevölkerung für die Bedeutung des Fussverkehrs. Sie zeigt auf, wie wichtig sichere Schulwege, attraktive öffentliche Räume und ein konfliktarmes Miteinander im Verkehr für Lebensqualität, Sicherheit und soziale Teilhabe sind.

Wirtschaft

Durch die gezielte Priorisierung des Fussverkehrs unterstützt GEHsundZH diejenige Mobilität, die der lokalen Wirtschaft viel Umsatz und Kundenfrequenz beschert. Insofern handelt es sich um eine effiziente Steigerung der Standortqualität und Mittelverwendung.

Werkzeugkasten

Vorgehen

Gemeinden im Kanton Zürich, die GEHsundZH durchführen möchten, bewerben sich bei der Fachstelle Fussverkehr.
Wird eine Gemeinde ausgewählt, erfolgt die Umsetzung in folgenden Schritten:

  1. Gemeinde- oder stadtinterne Projektorganisation und Festlegung des Arbeitsprogramms
  2. Auswahl von aussagekräftigen Strecken für den Fussverkehrstest
  3. Durchführung der drei Analysen: 
    • Infrastrukturtest
    • Planungspraxis
    • Bevölkerungsumfrage
  4. Diskussion der Resultate mit der Gemeinde
  5. Erstellung und Übergabe des Schlussberichts
  6. Ableitung und Umsetzung von Massnahmen
  7. Erfahrungsaustausch mit anderen teilnehmenden Gemeinden 

Als Ergebnis erhalten die Gemeinden eine fundierte Analyse ihrer Fussverkehrssituation mit klar definierten Handlungsfeldern. Alle teilnehmenden Gemeinden erhalten das Label «Gut zu Fuss».

Finanzierung

Die Gesamtkosten betragen rund CHF 15'000. Die Kosten für den Teil «Planungspraxis» in der Höhe von CHF 5'000 übernimmt der Kanton. Der Anteil der Gemeinden an GEHsundZH beträgt ca. CHF 10'000. Im Preis inbegriffen sind sämtliche Leistungen (Analysen, Befragungen, Auswertungen, Präsentationen etc.). 

Marketing

GEHsundZH ist eine Marketingmassnahme für den Fussverkehr. Durch die Analyse und die Befragung wird die kommunale Verwaltung und Politik zum Thema Fussverkehr sensibilisiert. Die Kommunikation der Resultate gegenüber der Bevölkerung trägt zudem dazu bei, das Bewusstsein für den Nutzen und die Bedeutung des Fussverkehrs zu stärken.

Infoflyer und Poster GEHsundZH (nur auf Deutsch, Quelle: Kanton Zürich) Infoflyer und Poster GEHsundZH (nur auf Deutsch, Quelle: Kanton Zürich)

Weitere Informationen

Weiterführende Links:

Dokumente auf Deutsch

Dokumente auf Französisch

Kontaktadressen:

Kanton Zürich
Amt für Mobilität, Fachstelle Fussverkehr
Neumühlequai 10
CH-8090 Zürich
Tel.: +41 43 259 30 85

Stadt Wädenswil
Planen und Bauen
Dirk Göbbels
Florhofstrasse 3
CH-8820 Wädenswil
Tel. 044 789 73 21

In der Umsetzung von GEHsundZH beteiligte Planungsbüros:

TBF + Partner AG 
Beckenhofstrasse 35 
Postfach 
CH-8042 Zürich

TEAMverkehr AG
Zugerstrasse 45
CH-6330 Cham
Tel.: 041 783 80 60
 

Planval
Nydeggstalden 30
CH-3011 Bern
Tel.: 027 922 40 80

Fragen Sie auch die Vertreter von Mobilservice Praxis Ihres Kantons um Rat. 

Verantwortlich für die Ausarbeitung dieses Praxis-Beispiels und bei Fragen zur Methodik: 

Fussverkehr Schweiz
Klosbachstrasse 48
CH-8032 Zürich
Tel.: 043 488 40 30

www.fussverkehr.ch