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Wie Zürich und Bern das Velofahren stärken

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Erstellt am 03.03.2026

Bern wertete im Rahmen der WEURO 2025 Velowege mit bunten Malereien auf (Foto: Marco Zanoni/Stadt Bern) Bern wertete im Rahmen der WEURO 2025 Velowege mit bunten Malereien auf (Foto: Marco Zanoni/Stadt Bern)

Zürich und Bern haben sich in den letzten Jahren zunehmend zu velofreundlichen Städten entwickelt. Das Urban Cycling Institute, eine gemeinnützige Forschungs- und Bildungsorganisation für gerechte und aktive urbane Mobilität, hat beide Städte mit dem Velo erkundet und analysiert, welche Faktoren dazu beigetragen haben, Massnahmen zur Veloförderung erfolgreich umzusetzen. Während in Zürich zivilgesellschaftlicher Aktivismus der zentrale Treiber der Velotransformation ist, ist es in Bern vor allem der politische Wille und die institutionelle Verankerung.

In Zürich wird deutlich, welchen Einfluss Aktivismus auf die Velopolitik nehmen kann. Organisationen wie Pro Velo haben mit viel Ausdauer und Hartnäckigkeit dafür gekämpft, velopolitische Anliegen auf die Agenda zu bringen. So konnten sie Meilensteine wie den Velotunnel ermöglichen. Das Urban Cycling Institute folgert, dass aktivistische Gruppen als Bindeglied zwischen Alltagsmobilität und Institutionen wirken können. Sie liefern ortsspezifische Anliegen aus der Bevölkerung (z.B. über die Plattform Bikeable), was den Druck gegenüber der Politik erhöht. Zugleich fördern sie mit Angeboten wie Velokursen, Velobörsen und Exkursionen die Velokultur im Alltag. Zürich zeigt damit, dass Aktivismus Veränderung anstossen und politische Handlungsspielräume öffnen kann.

In Bern zeigt sich die andere Seite der Transformation: Hier wurde das institutionelle und politische Engagement selbst zur treibenden Kraft. Kontinuierliche Unterstützung, eine koordinierte politische Steuerung der Veloförderung und langfristige Planung haben in den vergangenen Jahren zu einem spürbaren Anstieg des Veloanteils geführt. Mit der Velo-Offensive ab 2014 wurden Strukturen neu ausgerichtet, Ressourcen dauerhaft gesichert und die Veloförderung strategisch verankert. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Leihvelo-Netz «Velo Region Bern», das seit Januar 2026 in erweiterter Struktur in Betrieb steht: Mit über 300 Stationen in 17 Gemeinden bildet es das dichteste Netz der Schweiz und stärkt das Velo als festen Bestandteil des regionalen Gesamtverkehrssystems, ganz im Sinne der strategischen Ausrichtung der Stadt.

Eine erfolgreiche Velotransformation entsteht also im Zusammenspiel. Aktivismus setzt Impulse und öffnet Handlungsspielräume. Nachhaltige Wirkung entsteht jedoch erst, wenn Politik und Verwaltung diese Impulse mit klaren Prioritäten, ausreichenden Ressourcen und langfristigen Strategien konsequent umsetzen.

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