CrossConnect - nachaltigere Gestaltung von LSA-Kreuzungen
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Erstellt am 04.11.2026
Die CrossConnect-Pyramide zeigt anhand des personenbezogenen Modal Splits durch welche Verkehrsformen eine Kreuzung geprägt ist (Grafik: CrossConnect)
Kreuzungen mit Lichtsignalanlagen (LSA) sind zentrale Stellschrauben für die Förderung nachhaltigerer Mobilitätsformen. Viele Jahrzehnte lang wurden Verkehrsinfrastrukturen zugunsten des motorisierten Verkehrs optimiert, Ampeln dienten hauptsächlich dazu, den (Auto-)Verkehrsfluss sicherzustellen.
Im Rahmen eines Projekts der D-A-CH-Verkehrsinfrastrukturforschung haben Expert:innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden kollaborativ ein neues Vorgehen entwickelt. Dieses befasst sich mit der Frage, wie die Bedürfnisse der Nutzenden von aktiver Mobilität und öffentlichem Verkehr besser in die Gestaltung und Steuerung von LSA-geregelten Kreuzungen innerorts einbezogen werden können.
Aus den Ergebnissen entstand ein praktischer E-Learning-Kurs. Dieser umfasst den CrossConnect Step-by-Step-Guide, eine Entscheidungshilfe und ein Leitfaden zur nachhaltigen Gestaltung innerörtlicher LSA-gesteuerter Kreuzungen. Der Guide stellt die Menschen und deren Bedürfnisse ins Zentrum, anstatt den Verkehrsfluss, und bezieht alle Mobilitätsformen ein. Als Grundlage werden nicht die Anteile der Fahrzeuge, sondern die Anteile der Personen, die sich an einem Knoten bewegen, betrachtet.
Der Guide umfasst drei Schritte, für die jeweils soziale, ökologische und ökonomische Aspekte für die Planung einer nachhaltigen LSA-Kreuzung aufgeführt werden. Die sozialen Aspekte beinhalten die Nutzenden und deren Bedürfnisse, u.a. Gender-Aspekte, d.h. unterschiedliche soziale Rollen und Ansprüche an Mobilitätsinfrastruktur. Die ökologischen Aspekte behandeln die Umwelt- und Klimaverträglichkeit sowie -auswirkungen. Die ökonomischen Aspekte umfassen Organisation, Art und Formen des Verkehrs sowie Kosten.
Das Vorgehen basiert auf einer bewährten Methodik, in der zunächst Kontext und Zielbild, darauf aufbauend ein Betrieb- und Gestaltungskonzept sowie die Steuerungstechnik erarbeitet werden. Dabei stehen immer die (potenziellen) Nutzenden im Fokus, wobei die baulichen, ökologischen und klimatischen Gegebenheiten sowie die Machbarkeit ebenfalls in jedem Schritt berücksichtigt werden.
Das E-Learning-Tool zeigt anhand von neun Fallbeispielen, darunter Knoten in Bern und Genf, wie der Step-by-Step Guide konkret angewendet werden kann. Schliesslich beinhaltet es eine Empowerment Toolbox zur Umsetzung von nachhaltigeren LSA-Kreuzungen. Denn diese erfordert nicht nur technisches Fachwissen, sondern auch strategische Überlegungen, um politische Unterstützung zu gewinnen und den Prozess erfolgreich zu organisieren.
Weitere Informationen:
- E-Learning-Tool und Infos zum Projekt CrossConnect
- Mobilservice News Dossier zum Handbuch Veloverkehr in Kreuzungen (Juni 2021)
- Mobilservice News Dossier zur Sicherheit für Velofahrende in Kreiseln (Juni 2019)
- Mobilservice Praxis Beispiel "Intelligente Fussverkehrssteuerung in der Stadt Basel" (Mai 2021)
