RechercheRecherche ein-/ausklappen

Die 3 Recherchefunktionen für Ihre gezielte Suche in der Mobilservice Datenbank: Stichwortsuche, einfache Suchmaske (Piktogramme) und verfeinerte Suchkriterien (weiter unten).

In welchen Inhalten suchen?
Verkehrsmittel
Verkehrszweck

Auswahl aufheben

Luzerner Kantonsspital (LUKS)

Luzern (LU)

Erstellt am 07.12.2009
Aktualisiert am 01.05.2017

Verbesserte ÖV-Erschliessung des Luzerner Kantonsspitals (Foto: VVL) Verbesserte ÖV-Erschliessung des Luzerner Kantonsspitals (Foto: VVL)

Als Institution im Gesundheitswesen will das Luzerner Kantonsspital (LUKS) die Angestellten für eine gesunde Mobilität motivieren und gleichzeitig die Engpässe beim Parkplatzangebot beheben. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des LUKS, des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) und der Stadt Luzern hat ein Massnahmenpaket erarbeitet, welches sämtliche Aspekte der Mobilität berücksichtigt. Mit Massnahmen wie z.B. der Förderung der Velonutzung oder von Fahrgemeinschaften sowie einer Parkplatzbewirtschaftung konnte eine Reduktion der Autonutzung im Geschäfts- und im Pendlerverkehr erreicht werden. "Das Kantonsspital hat ein Mobilitätspaket eingeführt, das sich sehen lassen kann." (Christoph Zurflüh, Verkehrsverbund Luzern)

Profil & Eckdaten

zugeordnete Tags/Schlagwörter

  • Pendler
  • Fuss
  • Velo
  • Unternehmen
  • ÖV
  • Geschäft
  • Auto

Unternehmensgrösse

  • gross (ab 250 MA)
0 10 50 250
  • gross (ab 250 MA)

Anstoss

  • Aus eigenem Antrieb

Raumtyp

  • Zentrum / Stadt

Managementsystem

  • Einzelmassnahmen, keine Einbettung ins Managementsystem (MS)
  • Integration in bestehendes Umweltmanagementsystem (UMS)

Ausmass

  • Betriebsintern

Unternehmensbranche

  • Gesundheit und Soziales

Hintergrund

Tätigkeit des Unternehmens

Das Luzerner Kantonsspital ist das Zentrumsspital für die Region Zentralschweiz. Es ist der grösste Arbeitgeber im Kanton Luzern: 6‘700 Mitarbeitende am Standort Luzern. Hinzu kommen bis zu 1‘000 Patienten, Angehörige, Lieferanten und Partner, die täglich zu- und wegfahren. Der Berufsverkehr und die begrenzten Parkplätze auf dem Areal des LUKS Luzern sind Realität.

Standort / Rahmenbedingungen

Das Kantonsspital Luzern liegt an der nordwestlichen Peripherie oberhalb des Stadtzentrums von Luzern (40m Höhendifferenz).

LV

Die erhöhte Lage des Kantonsspitals bedeutet für Fussgänger und Velofahrende einen steilen Aufstieg. Die neue Liftanlage und Passerelle verbessern den Zugang zum Haupteingang.

ÖV

Das Kantonsspital ist sehr gut mit dem ÖV erschlossen (2 Buslinien im 15’ Takt) und hat eine direkte Haltestelle vor dem Haupteingang. Beide Buslinien verkehren über den Bahnhof Luzern (Fahrzeit Bahnhof-Spital 8’).

MIV

Für die Angestellten, Patienten und Besucher stehen gebührenpflichtige Parkplätze im Parkhaus zur Verfügung, wobei die Parkplatzzahl beschränkt ist und teilweise mit längeren Wartezeiten gerechnet werden muss. Während den morgendlichen und abendlichen Stosszeiten sind die städtischen Verkehrsknotenpunkte und Transitachsen stark überlastet.

Ausgangslage / Motivation

Als Institution im Gesundheitswesen sollen die Angestellten für eine gesunde Mobilität motiviert werden. Gleichzeitig soll die Parkplatznot für die Besucher und das starke Verkehrsaufkommen um das Spital gelindert werden.

Ziele:

  • Die Erreichbarkeit des LUKS wird verbessert.
  • Die Parksituation wird entschärft, indem der ÖV‐Anteil von 19 auf 32 Prozent gesteigert wird.
  • Die bestehenden Regelungen im Bereich Mobilität werden aktualisiert und harmonisiert.

Massnahmen

Stand: 2017

Mobilitätsmanagementsystem

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des LUKS, des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) und der Stadt Luzern hat ein Massnahmenpaket erarbeitet, welches sämtliche Aspekte der Mobilität berücksichtigt. Diese Massnahmen sollen schrittweise Verbesserungen für die Verkehrssituation rund um das Spital bringen. Das Mobilitätspaket ist in das bestehende Umweltmanagementsystem des LUKS integriert.

"Dieses zusammen mit einem grossen Arbeitgeber erarbeitete, umfassende Mobilitätspaket ist in der Zentralschweiz einzigartig und hat für uns Modellcharakter" (Daniel Meier, Geschäftsführer des VVL).

Umfassende Situationsanalyse als erster Schritt

Das LUKS wurde nach folgenden vier Aspekten untersucht:

  • Angebot (öffentlicher Verkehr, Veloverkehr, Fussverkehr, Car‐ und Bikesharing, usw.)
  • Infrastruktur (Haltestellen, Parkplätze, Veloabstellanlagen, usw.)
  • Information (Website, Korrespondenz, Empfangsbereich, usw.)
  • Anreiz (ÖV-Ticket, Parkgebühren, usw.)

Information und Bewusstseinsbildung

  • Teilnahme an "bike to work"; Umsteigeaktion Parkkarte gegen Veloschlüssel; Aktion "Spital Mobil - ohne Auto zur Arbeit"; Abgabe von Äpfel und Brötli an Velofahrende und öV-BenutzerInnen ("Danke-Schön-Aktion") (umgesetzte Massnahme)
  • Monitore von „ÖV‐LIVE“ weisen im Eingangsbereich des LUKS die Gäste und Mitarbeitenden auf die nächsten Busabfahrten hin. Ausserdem wird mit dem Patientenaufgebot ein Informationsflyer mitgeschickt, um auf die bequeme Anreise mit dem ÖV aufmerksam zu machen. Weitere Massnahmen sind ÖV‐Werbung auf dem Parkticket, verbesserter Anreisebeschrieb auf der Website, gemeinsame Marketingkampagne, ÖV-Imagefilm auf Kundeninformationssystem und Give‐aways zur ÖV‐Sensibilisierung. (umgesetzte Massnahme)
  • Plakat-Aktion "Leader Figuren" (umgesetzte Massnahme)

Bauliche Massnahmen

  • Bereitstellung gedeckter Veloabstellplätze; Einfahrt zum Areal mit Radstreifen markiert; Einrichtung von Garderoben und Duschen (umgesetzte Massnahme)
  • Zur Verbesserung der ÖV‐Anbindung und ‐Priorisierung hat die Stadt Luzern 2016 die Bushaltestelle „Kantonsspital“ spitalseitig vor das Parkhaus und auf gleiche Höhe wie die andere Haltestelle versetzen lassen. Die Haltestelle wird als Fahrbahnhaltestelle realisiert. (umgesetzte Massnahme)
  • Zeitgleich baute das LUKS eine neue Liftanlage und Zugangspasserelle von der Spitalstrasse direkt zum Haupteingang. (umgesetzte Massnahme)

Organisatorische Massnahmen / Anreize

  • Vergütung Spesen für Dienstfahrten mit Velo (pro Fahrt CHF 5.-); 2xjährliche Durchführung eines Veloreparaturtages (gratis Velocheck); Bereitstellung von Velopumpen (umgesetzte Massnahme)
  • Für die Mitarbeitenden des LUKS wurde ein Anreiz geschaffen, auf den ÖV umzusteigen. Seit April 2015 profitieren alle Mitarbeitenden der LUKS-Standorte Luzern, Sursee und Wolhusen vom Passepartout Job-Abo. Die Höhe des Beitrags ist abhängig vom Arbeitspensum. (umgesetzte Massnahme)
  • kostenpflichtige Parkkarten, Vergabe nach Erreichbarkeitskriterien, inkl. Auto-Pendler Sperrzone innerhalb Stadt Luzern und einige Agglomerationsgemeinden (umgesetzte Massnahme)
  • Einrichtung einer Plattform für Mitfahrgelegenheiten (umgesetzte Massnahme)
  • Um das erwartete Nachfragewachstum zu bewältigen, sind ab 2016 neue Gelenkbusse auf den Linien 18 und 19 unterwegs. (umgesetzte Massnahme)
  • Der VVL wird voraussichtlich ab 2019 die Linie 18 als neue tangentiale Verbindung Littau–Kantonsspital–Ebikon in Betrieb nehmen. (nicht umgesetzt)
  • Ausserdem führt das LUKS Luzern im Rahmen eines Pilotversuchs ein Nachttaxi ein, wenn kein Bus oder kein Zug mehr fährt. (umgesetzte Massnahme)

Wirkungen

Verkehr

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass die Autofahrten im Jahr 2014 noch durchschnittlich 51% des Gesamtverkehrs ausmachten, im Jahr 2016 aber bereits auf 45% gesenkt werden konnten. Bei der ÖV-Nutzung ist die Tendenz steigend: im Jahr 2014 benutzten 19% aller Anreisenden den ÖV, im 2016 waren es 20% (Quelle: Präsentation Peter Schilliger am Mobilitätskongress Verkehrshaus Luzern vom 18. Januar 2017).

Zu beachten ist, dass die Mitarbeiterzahl am LUKS seit Oktober 2014 um rund 350 Personen erhöht wurde. Dabei blieb die Parkplatzbelegung stabil. Sie sank leicht von rund 11% im Oktober 2014 auf rund 10% im Juli 2016.

Umwelt

Mit jedem Pendler, der vom Auto auf den ÖV umsteigt, wird eine jährliche CO2-Reduzierung von 1.13 Tonnen erzielt (Quelle: www.mobitool.ch; Zug Strommix CH 30% Auslastung vs. Auto Benzin (Euro 4) 1.6 Personen).

Finanzen

Die freigewordenen Parkplätze der Mitarbeitenden können durch die Besucher / Patienten genutzt werden. Der Ertrag eines „öffentlichen“ Parkplatzes ist massiv höher als der Gegenwert einer Mitarbeiter-Parkplatzkarte (je Stunde ca. 5x höher / Auslastungsabhängig).

Gesellschaft

Der Kauf eines ÖV-Jahres-Abonnements (vor allem Mitarbeitende aus dem Sperrkreis) bewirkt, dass auch für andere (private) Fahrten vermehrt der ÖV genutzt wird (Quelle: Mitarbeitenden-Umfrage LUKS).

Erfahrungen

Erfolgsfaktoren

  • Gesamtheitliche Betrachtung
  • Miteinbezug aller Mobilitätsträger
  • Anspruchsgruppen

Weitere Informationen

Dieses Unternehmensbeispiel basiert auf der SVI-Studie 2004/045 "Mobilitätsmanagement in Betrieben Motive und Wirksamkeit" der ARGE synergo/Tensor (2008). Die Aufbereitung für die Beispiel-Datenbank auf Mobilservice wurde vom Bundesamt für Strassen ASTRA finanziert (2010). Die Aktualisierung und Übersetzung dieses Beispiels wurde durch die SBB und mit der Unterstützung von EnergieSchweiz ermöglicht (2017).

Weiterführende Links: