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Unique (Flughafen Zürich AG), Kloten (Zürich)

Der Flughafen Zürich (Unique) hatte mit der Erteilung der Rahmenkonzession für die 5. Ausbauetappe 1998 verschiedene Umweltauflagen im Mitarbeiter- und Passagierverkehr zu erfüllen. Mit Hilfe eines Mobilitätskonzeptes auf der Basis einer Parkraumbewirtschaftung, eines Ökobonuses für die Mitarbeitenden sowie weiteren Massnahmen konnten die Auflagen weitgehend erfüllt werden.
Branche
Verkehr und Lagerei
(Flughafen)
Tätigkeiten der Firma
Als Eigentümerin der Infrastruktur und Bundeskonzessionärin nimmt die Unique die Führungsrolle am Flughafen Zürich wahr. Daneben ist der Flughafen auch ein Einkaufs-, Erlebnis- und Dienstleistungszentrum. Der Anteil der lokal abfliegenden Passagiere am Flughafen Zürich, die landseitigen Verkehr verursachen, betrug im 2008 14 Mio. (rund 65% aller Passagiere).

Die Flughafenbetreiberin Unique beschäftigte 2008 rund 1'400 Personen. Die 180 Unternehmen am Flughafen beschäftigten 2008 rund 24’000 Personen.
Betriebsgrösse
Grosse Unternehmen
(250 und mehr Beschäftigte)
24000 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Agglomerationsgemeinde
Standort / Rahmenbedingungen
Der Flughafen Zürich-Kloten liegt rund 15 km nördlich von der Stadt Zürich in der Gemeinde Kloten.
LV: Gutes lokales und regionales Velowegnetz.
öV: Vom und zum Hauptbahnhof Zürich verkehren Züge während den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt (Fahrzeit 10’). Zudem verbinden regelmässige direkte InterCity- und InterRegio-Zugverbindungen den Flughafen Zürich mit allen grösseren Städten der Schweiz (30’-Takt). Weiter ist der Flughafen an 13 Buslinien zu den wichtigsten Orten im Zürcher Unterland, ins Glattal, nach Zürich-Oerlikon und Winterthur angebunden. Jedoch sind diese Busverbindungen an Randzeiten (für Schichtarbeiter) ungenügend und am Wochenende ausgedünnt.
MIV: Der Flughafen liegt direkt an der Autobahn A51 (Ausfahrt Flughafen). Sämtliche Kunden-/Besucher- und Mitarbeiterparkplätze sind gebührenpflichtig.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Von aussen auferlegt
Ausgangslage / Motivation
Für die Erteilung der Rahmenkonzession für die 5. Ausbauetappe 1998 machte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) der Flughafenbetreiberin Unique die Auflage, den Anteil des öffentlichen Verkehrs am landseitigen Verkehr bis zur Inbetriebnahme der Bauten auf mindestens 42% zu steigern (gegenüber 34% im Jahr 1994).

Die für den Flughafen eingeführten Massnahmen im Bereich des betrieblichen Mobilitätsmanagements beziehen sich auf die Mitarbeitenden von Unique, die am Flughafen ansässigen Unternehmen sowie die lokal abfliegenden Passagiere, die landseitigen Verkehr verursachen.
Ausmass
Betriebsintern
Betriebsübergreifend
Mobilitätsmanagementsystem
  • Seit 1999 hat der Flughafen Zürich ein Mobilitätspaket für den von ihm landseitig verursachten Verkehr. Diese einzelnen Massnahmen sind Bestandteil des Umweltmanagementsystems (ISO 14001 zertifiziert).
  • Vorgehen: (1) 1997/98 Erarbeitung eines Massnahmenpakets mit vier Teilkonzepten (Massnahmenplan öV-Angebot, Marketing, Parkplatzbewirtschaftung, Maut und Vorfahrten) (2) Schrittweise Umsetzung der einzelnen Teilkonzepte bis 2004.
  • Umsetzung, Betreuung und Weiterentwicklung der verschiedenen Massnahmen durch die Personalabteilung und die Abteilung Marketing & Real Estate.
  • Controlling durch den Kanton ZH und Unique beauftrage externe Fachberater.
  • Aktive Kommunikation der Massnahmen an die verschiedenen internen und externen Zielgruppen in unterschiedlichen Medien (Umweltbericht, Intra-/Internet, Personalzeitung, Informationsveranstaltungen etc.).
  • Es erfolgt keine spezifische Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde Kloten.
  • Für den Modalsplit beim landseitigen Verkehr wurden folgende Ziele definiert: MIV=58 %, öV/LV=42% (bis 2004).
Managementsystem
Eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem (MMS)
Integration in bestehendes Umweltmanagementsystem (UMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Dienst- und Geschäftsverkehr
Kunden- und Besucherverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2009
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Neugestaltung Bahnhof; Neubau Bushof; Einrichtung Check-In beim Bahnhof; Montage von Monitoren mit öV-Fahrplaninfos im Ankunftsbereich Passagiere; Einrichtung beschleunigter Buslinien zum Flughafen; Ausbau öV-Infrastruktur (Glattalbahn) Entrichtung Ökobonus für Unique-Mitarbeitende; Einführung Jobticket (ZVV-BonusPass) für alle Mitarbeitende am Flughafen; laufende Verbesserung öV-Angebot; Einführung Check-In an 60 Bahnhöfen in der CH Informationen über An- und Abreise zum Flughafen auf dem Internet; Informationen zu Ökobonus durch Personalabteilung und im Personalreglement
Förderung Velo-Nutzung Entrichtung Ökobonus für Unique-Mitarbeitende; gratis Betriebsvelos Teilnahme an "bike to work"
Parkplatz-bewirtschaftung Abschreckend hohe Parktarife für Passagiere; markante Preiserhöhung der Monatsparkkarten für Mitarbeitende; Ausbau Tagesparking für Mitarbeitende mit öV-Abo; Hohe Gebühren für öffentliche PP
Flotten-bewirtschaftung Anschaffung von 4 Erdgasfahrzeugen
Verkehrliche Wirkung
Reduktion MIV über alle Verkehrsarten um 4%
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Zur Erhöhung des öV-Anteils hat vor allem eine der beiden zahlenmässig grössten Zielgruppen, nämlich die der Passagiere beigetragen. Ihr öV-Anteil ist von 51% (1999) auf knapp 60% (2003) gestiegen. Derjenige der Angestellten ist im selben Zeitraum von 25% auf 29% gestiegen. Dagegen ist der öV-Anteil der Laden- und Restaurantbesucher sowie der Besucher von Sitzungen oder Geschäftsterminen gegenüber 1999 gesunken.
Umweltwirkungen
Durch die Steigerung des öV-Anteils konnten zwischen 2004-2006 beim landseitigen Verkehr rund 3'000 t CO2 pro Jahr eingespart werden.
Finanzielle Wirkungen
Im Pendler-, Dienst- und Geschäftsverkehr werden die Ausgaben für den Ökobonus und der administrativen Aufwand durch die Einnahmen der PP-Bewirtschaftung gedeckt.
Soziale Wirkungen
Grosse Akzeptanz bei den Massnahmen zur Förderung und öV-Nutzung. Das PP-Gebührenmodell wird als unsozial empfunden (Schicht-und Pikettmitarbeiter müssen mit Auto kommen und profitieren nicht vom guten öV Paket).
Projekteffizienz
Keine Angaben
Umweltwirkung
Reduktion über alle Verkehrsarten: 3'000 t CO2/a
Finanzielle Wirkung
kostenneutral
Projekteffizienz
Keine Angaben
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • PP-Bewirtschaftung und hohe Parkgebühren
  • Flexibilität zwischen Auto und öV ist dank Tagesparkkarten möglich
  • Günstiges ZVV-Angebot zusammen mit Subventionierung durch Firma
Hemmnisfaktoren
  • Es gibt Mitarbeitende, die Ökobonussystem ausnutzen (z. Bsp. Motorradfahrer)
  • Keine PP-Gebühr für Motorradfahrer
  • Hoher administrativer Aufwand für Unterhalt und Controlling
  • Grosses Areal und die viele Unternehmen wirkend hemmend auf Kommunikation und Information aus
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