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ABB Schweiz AG, Baden (Aargau)

Der Zusammenzug von Geschäftseinheiten der ABB Schweiz AG in Baden führte zu einer Einschränkung im PP-Angebot und einer neuen Arbeitswegsituation für Teile der Belegschaft. Mit Hilfe eines Mobilitätskonzeptes auf der Basis einer Parkraumbewirtschaftung und der Gewährung eines Ökobonuses für Mitarbeitende ohne Parkplatzbeanspruchung konnte die Situation für die Belegschaft verbessert werden.
Branche
Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren
(Energie- u. Automationstechnik)
Tätigkeiten der Firma
Die ABB ist eine international tätige Unternehmung in der Energie- und Automationstechnik für Versorgungs- und Industrieunternehmen. Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden ihre Leistung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren. Weltweit beschäftigte die ABB im Jahr 2010 117'000 Mitarbeitende in rund 100 Ländern.

In der Schweiz beschäftigte die ABB Schweiz im Jahr 2010 rund 6'300 Personen, davon arbeiten 2'100 in Baden.
Betriebsgrösse
Grosse Unternehmen
(250 und mehr Beschäftigte)
2100 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Zentrum
Standort / Rahmenbedingungen
Der Hauptsitz sowie ein Grossteil der Geschäftseinheiten von ABB Schweiz haben ihren Standort in Baden Nord (altes innerstädtisches Industrieareal). Am Standort Baden Nord wurden im 2002 fertig erstellten Neubau „Power Tower“ verschiedene Geschäftseinheiten von ABB Schweiz zusammengezogen.
LV: Das Industrieareal Baden Nord liegt in 10’ Gehdistanz vom Bahnhof Baden. Sehr gute Anbindung ans regionale Velowegnetz.
öV: Sehr gute lokale (3 Buslinien im 10’ Takt während den Stosszeiten mit Haltestelle nahe Eingang in 3’ Fussdistanz), regionale und nationale (Bahnhof Baden) Erschliessung mit dem öV.
MIV: Sehr gute Anbindung ans Autobahnnetz (A1 Bern-Zürich und A3 Basel). Während den Stosszeiten ist das innerstädtische Strassennetz überlastet. Beschränktes Parkplatzangebot auf dem gesamten Areal Baden Nord.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Aus eigenem Antrieb
Ausgangslage / Motivation
Der Zusammenzug diverser Geschäftseinheiten von ABB sowie die Umstrukturierung des Industriegebietes Baden Nord mit zahlreichen Neubauten brachte für den betriebsbedingten Pendler- und Geschäftsverkehr eine neue Situation:
  • Auf Grund planungsrechtlicher Bestimmungen und Vereinbarungen mit Umweltverbänden wurde die Parkplatzzahl für das gesamte Entwicklungsgebiet Baden Nord auf 2'400 limitiert. Deshalb konnte die ABB neu nur 900 Parkplätze für ihre 2’100 Mitarbeitenden zur Verfügung stellen.
  • Der Zusammenzug verschiedener Geschäftseinheiten in Baden Nord bedeutete für Teile der Belegschaft eine neue Situation (alte Mobilitätsgewohnheiten mussten überdacht werden).

Zudem will die ABB Schweiz mit der Einführung eines Mobilitätsmanagements ihr Engagement als umweltfreundlicher Betrieb gemäss ihrer Geschäftspolitik dokumentieren.
Ausmass
Betriebsintern
Mobilitätsmanagementsystem
  • Im Zeitraum 2001 bis 2002 wurde im Auftrag der ABB Immobilien AG durch ein externes Büro ein Mobilitätsmodell erarbeitet und Ende 2002 für die Geschäftseinheit ABB Utility Automation eingeführt. Seit 2005 gilt das Mobilitätsmodell für sämtliche Geschäftseinheiten und Standorte der ABB in der Schweiz.
  • Vorgehen: (1) Analyse Rahmenbedingungen (2) Bedürfnisabklärung (MA-Umfrage) (3) öV-Angebotsanalyse (4) Modellentwicklung (5) Umsetzung.
  • Betreuung, Weiterentwicklung und Controlling durch Mobilitätsbeauftragten der ABB Schweiz (20%iger Arbeitsaufwand). Zudem hat jede Geschäftseinheit bzw. Standort einen zusätzlichen Mobilitätsverantwortlichen (10%iger Arbeitsaufwand).
  • Die Mitarbeitenden wurden bzw. werden über das Mobilitätsmanagement und zur Sensibilisierung laufend mittels unterschiedlicher Medien (Intranet, Hauszeitung, Infoveranstaltungen, Aktionen, Flyer etc.) umfassend informiert.
  • Zusammenarbeit mit der Gemeinde Baden im Rahmen des Programms "badenmobil".
  • Qualitative Zielsetzungen: (1) Entschärfung der Parkplatzknappheit (2) Reduktion PP-Mietkosten (3) Entlastung des Strassennetzes (4) vollumfängliche Befriedigung der Mobilitätsbedürfnisse aller Mitarbeitenden.
Managementsystem
Eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem (MMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Dienst- und Geschäftsverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2010
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Gewährung eines Ökobonusses an Mitarbeitende ohne PP-Beanspruchung (in Form von Reka Rail-Checks); Verdichtung lokales öV-Angebot
Förderung Velo-Nutzung Bereitstellung gedeckter Veloabstellplätze; Einrichtung von Garderoben und Duschen Gewährung eines Ökobonusses an Mitarbeitende ohne PP-Beanspruchung (in Form von Reka Rail-Checks) Teilnahme an "bike to work"
Parkplatz-bewirtschaftung Einführung PP-Gebührenmodel (PP-Vergabe in Abhängigkeit Wohnort + Reisedauer mit öV); PP-Vergünstigung für Schichtarbeiter
CarSharing Einrichtung von zwei Mobility-Standorten auf dem ABB-Areal für 6 Fahrzeuge Teilnahme am Business CarSharing von Mobility; Nutzung privater PW nur wenn OeV nicht sinnvoll und Mobility-Fahrzeuge besetzt Anpassungen Reisereglement (Benutzung von OeV und Mobility Fahrzeuge ist zwingend)
Sonstiges Ernennung eines Mobilitätsbeauftragten (20%) Erstellung eines Reglements "Mobilitätsmanagement ABB Schweiz"
Verkehrliche Wirkung
Reduktion MIV Pendlerverkehr um 20%
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Bis 2010 wurden rund 700 der 900 möglichen Parkplätze vergeben, d.h. rund 70% der Mitarbeitenden kommen mit dem öV (60%) oder LV (10%) zur Arbeit. An den früheren Standorten (vor 2002) betrug der MIV-Anteil demgegenüber rund 50%.
Umweltwirkungen
Die Einführung des Mobilitätsmodels führte zur Entlastung des örtlichen Strassennetzes und zu einer Verbesserung der Umweltleistung.
Finanzielle Wirkungen
Die Einnahmen durch das PP-Management sowie die Ausgaben für den Ökobonus und der administrative Aufwand (inkl. Mobilitätsverantwortliche) stellen Transferleistungen dar, d.h. das Mobilitätsmanagement ist nach Abzug der Investitionskosten kostenneutral ausgestaltet. Somit fallen keine wiederkehrenden Kosten an.
Soziale Wirkungen
Das Mobilitätsmanagement wird bei der Belegschaft sehr positiv aufgenommen, vor allem wegen der Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden inklusive der Geschäftsleitung.
Projekteffizienz
Mit der Einführung des neuen Mobilitätsmodells ging der administrative Aufwand im HR im Vergleich zu den alten Regelungen, dank standardisierter Prozesse stark zurück.
Umweltwirkung
Keine Angaben
Finanzielle Wirkung
kostenneutral
Projekteffizienz
Keine Angaben
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • Schlüsselpersonen bis in die Geschäftsleitung
  • Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden inkl. Geschäftsleitung
  • Finanzielle Anreize (Ökobonus)
  • Massnahmen-Mix als Ganzes
  • Klare und transparente Kommunikation während des gesamten Prozesses
  • Einführung Mobility Fahrzeuge
  • Umsetzung des Modells auf alle ABB Standorte in der Schweiz
Hemmnisfaktoren
  • Keine Angaben
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