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Paul Scherrer Institut (PSI), Villigen (Aargau)

Mit der Einführung des Ressourcen- und Umweltmanagementsystems der Bundesverwaltung (RUMBA) wurde der Pendler-, Dienst- und Geschäftsverkehr bewusst in die Energieanalyse des PSI mit einbezogen. Anhand der Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung werden zusätzliche Postautokurse, Dienstvelos, die Teilnahme am Business CarSharing von Mobility subventioniert.
Branche
Erbringung von Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
(Forschungsinstitut)
Tätigkeiten der Firma
Das Paul Scherrer Institut (PSI) ist ein multidisziplinäres Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften, und gehört zum ETH-Bereich. Das PSI arbeitet national und international eng mit Hochschulen, anderen Forschungsinstituten und der Industrie zusammen. Fachgebiete sind Festkörperforschung, Materialwissenschaften, Elementarteilchenphysik, Biologie und Medizin, Energie- und Umweltforschung.

Insgesamt beschäftigt das PSI rund 1'400 Personen.
Betriebsgrösse
Grosse Unternehmen
(250 und mehr Beschäftigte)
1400 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Ländliche Gemeinde
Standort / Rahmenbedingungen
Das PSI liegt etwa in der Mitte zwischen den Städten Zürich und Basel, in den Aargauer Gemeinden Villigen und Würenlingen direkt an der Aare. Nahe gelegene Städte und Bahnstationen sind Baden, Brugg und die Station Siggenthal-Würenlingen.
LV: Das PSI ist gut und sicher über das lokale und regionale Fuss- und Velowegnetz erreichbar.
öV: Trotz der ländlichen Lage ist das PSI lokal relativ gut mit dem öV erschlossen. Das PSI ist ab Bahnhof Brugg mit der Postautolinie Brugg–PSI–Böttstein–Döttingen und ab Bahnhof Baden via der Station Siggenthal-Würenlingen mit dem Zug und Postauto in jeweils 20 Minuten erreichbar (im 30’ Takt).
MIV: Das PSI ist strassenmässig gut erschlossen. Beschränktes Parkplatzangebot auf dem Firmengelände des PSI.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Aus eigenem Antrieb
Ausgangslage / Motivation
Die Gründe für die Einführung einzelner Massnahmen im Bereich des betrieblichen Mobilitätsmanagements waren vielschichtig:
  • Dem PSI lag als umweltbewusste Arbeitgeberin am Herzen, ihre Mitarbeitenden mit attraktiven Angeboten für ein nachhaltiges Verkehrsverhalten zu motivieren (Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes: Fuss, Velo, öV, CarSharing etc.)
  • Mit der Einführung des Ressourcen- und Umweltmanagementsystems der Bundesverwaltung (RUMBA) wurde im Jahr 2001 der Arbeits-, Dienst- und Geschäftsverkehr bewusst in die Energieanalyse des PSI mit einbezogen.
  • Für die Mitarbeitenden im Schichtbetrieb gab es am Abend keine Postautoverbindungen mehr vom bzw. zum Betriebsstandort in Villigen.
Ausmass
Betriebsintern
Mobilitätsmanagementsystem
  • Seit Mitte der 90iger Jahre hat das PSI einzelne Massnahmen im Bereich des betrieblichen Mobilitätsmanagements (=>aktionsorientiertes Vorgehen) eingeführt.
  • Für die Betreuung, Weiterentwicklung und Evaluation der verschiedenen Massnahmen ist der Sektionsleiter Logistikdienste des PSI zuständig.
  • Die einzelnen Massnahmen des Mobilitätsmanagement werden in den verschiedenen Medien des PSI (Intranet, wöchentliches Infoblatt, Info-Display bei Eingängen, Flyer, Aktionen etc.) oder durch die Personalabteilung beworben.
  • Es erfolgt keine spezifische Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden Villigen und Würenlingen. Der Kanton Aargau finanziert seit dem Fahrplanwechsel 2004 zusätzliche Postautokurse zum PSI mit.
  • Für die einzelnen Massnahmen wurden keine quantitativen Zielvorgaben definiert. Sie werden aber laufend auf ihre Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit geprüft.
Managementsystem
Einzelmassnahmen, keine Einbettung ins Managementsystem (MS)
Integration in bestehendes Umweltmanagementsystem (UMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Dienst- und Geschäftsverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2010
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Finanzierung zusätzlicher Postautokurse zum PSI; Gratis-Abgabe Halbtax; Finanzierung GA unter gewissen Bedingungen; zusätzliche Postauto-Direktkurse ab Brugg (ab 18.10.2010); Ökobonus bei Verzicht auf eine Parkkarte Abgabe Fahrplan Postauto im Kreditkartenformat
Förderung Velo-Nutzung Bereitstellung gedeckter Veloabstellplätze; Einrichtung von Garderoben mit Duschen Bereitstellung von Dienstvelos; Ökobonus bei Verzicht auf eine Parkkarte Teilnahme an "bike to work"
Parkplatz-bewirtschaftung Reservierte Parkflächen für Direktion, Schichtpersonal und Behinderte sowie Blaue Zone für Besucher Erhebung von PP-Gebühren (inkl. für Stunden- und Tagesparking -> Einheitstarif für alle MA)
Förderung von Fahr-gemeinschaften (CarPooling) Abgabe unpersönliche PP-Vignette für mehrere Mitarbeitende; Ökobonus
Arbeits-organisation Einführung von Work@Home (nach Vereinbarung)
CarSharing Teilnahme am Business CarSharing von Mobility (Eintrittsbatch als Mobility-Card nutzbar)
Flotten-bewirtschaftung 2 von 6 Mobility-Fahrzeugen mit Hybridantrieb Durchführung von Einführungskursen Fahrzeuge mit Hybridantrieb
Sonstiges Bereitstellung von Info-Display bei den Eingängen
Verkehrliche Wirkung
Keine Angaben
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Die Postautokurse sind während der Stosszeiten mit Mitarbeitenden des PSI ausgelastet. Durch die neuen Massnahmen wurde das Verhältnis öV zu Autoverkehr von 45:55 auf fast 50:50 gesteigert. Parkplatzsituation hat sich entspannt.
Umweltwirkungen
Keine Angaben
Finanzielle Wirkungen
  • Subvention zusätzliche Postautokurse: 250'000 CHF/a
  • Subvention Halbtax: 150'000 CHF/a
  • Kosten Mobility: Fahrtkosten werden direkt mit dem jeweiligen Projekt verrechnet

Die Einnahmen aus den PP-Gebühren werden für die Finanzierung der zusätzlichen Postautokurse zum PSI verwendet, jedoch sind diese Einnahmen nicht kostendeckend.
Soziale Wirkungen
Die zusätzlichen Postautokurse und die Teilnahme an "bike to work" stossen bei den Mitarbeitenden auf hohe Akzeptanz. Die Erhebung von PP-Gebühren wird dagegen weniger gut aufgenommen.
Projekteffizienz
Die eingeführten Massnahmen werden laufend auf ihre Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit geprüft.
Umweltwirkung
Keine Angaben
Finanzielle Wirkung
Keine Angaben
Projekteffizienz
Keine Angaben
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • Grundhaltung des PSI als umweltbewusste Arbeitgeberin
  • Gute öV-Verbindungen während der Woche
Hemmnisfaktoren
  • Ländliche Lage des Standortes
  • Schlechte öV-Verbindungen am Wochenende und für Schichtarbeiter
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