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PRAXIS Beispiele

Auf Mobilservice PRAXIS finden Sie detaillierte Beschriebe, Umsetzungshilfen und Kontaktadressen zu zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Diese richten sich vor allem an Gemeinden. PRAXIS Beispiele für Unternehmen und die DATENBANK für Unternehmensbeispiele finden Sie in der Rubrik PRAXIS UNTERNEHMEN.

 

   
Permanentzählungen des Veloverkehrs
Erstellt am 30.05.2012, Aktualisiert am 31.05.2012
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An Permanentzählstellen erhobene Veloverkehrsdaten liefern wichtige Datengrundlagen, beispielsweise für die Verkehrsplanung, zur Evaluation von Massnahmen, für politische Entscheidungsprozesse und für eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit. In den meisten Städten und Gemeinden ist die Datenlage zum Veloverkehrsaufkommen sehr dünn. Allenfalls werden für bestimmte Fragestellungen punktuelle, projektspezifische Kurzzeitzählungen durchgeführt. Kontinuierliche Datenerhebungen ermöglichen jedoch eine detaillierte und langfristige Analyse des Veloverkehrs mit Aussagen zu Umfang und Entwicklung sowie seiner Charakteristiken und den Einflussfaktoren. Was beim motorisierten Verkehr landesweit längst Standard ist, etabliert sich in zunehmendem Masse auch beim Fuss- und Veloverkehr. Neben automatischen Zählungen von städtischem Veloverkehr, etwa in Zürich oder Luzern, steht bei SchweizMobil der Freizeitverkehr im Fokus, der seit 2004 auf den nationalen Veloland-Routen permanent erfasst wird. Im Ausland, z.B. in Skandinavien, Österreich oder Italien werden Zählgeräte in Form sogenannter Fahrradbarometer als Marketinginstrument eingesetzt (vgl. Grafik). An einer vielbefahrenen Veloachse zeigt ein Display die Gesamtzahl der bereits gezählten Velos an und signalisiert somit die Bedeutung dieses Verkehrsmittels in der Stadt.

Beispiel Stadt Zürich
Jeder zweite Velofahrende in der Stadt Zürich bleibt auch in der kalten Jahreszeit seinem Verkehrsmittel treu. Dies zeigen erste Auswertungen der an den Zürcher Permanentzählstellen gesammelten Daten. Seit 2011 werden die Werte von 9 der insgesamt 10 geplanten Zählstellen systematisch ausgewertet. Im Jahre 2011 wurden ganzjährig mehr als 2.6 Mio.Velofahrten gezählt. Je nach Zählstelle lassen sich tageszeitliche Spitzen beobachten, die jenen anderer Verkehrsmittel (MIV, ÖV) gleichen. An solchen Zählstellen werden die meisten Velofahrten typischerweise dienstags registriert, an anderen Zählstellen sind Freizeitfahrten dominierend, was sich in nachfrageintensiven Nutzungen vor allem am Wochenende zeigt.

Die automatische Veloverkehrszählung ist integraler Bestandteil des Erhebungskonzepts zur Messung des Veloverkehrs in der Stadt Zürich. Die Daten werden fortlaufend ausgewertet und zum Aufzeigen von Entwicklungen und dem Ableiten von Einflussfaktoren (wie Jahreszeit, Wetter oder Sonderereignissen) eingesetzt. Bevor Ende 2009 die erste Permanentzählstelle in Betrieb ging, waren detaillierte Vorbereitungen notwendig, die eine Evaluation von Zählsystemen und ein Konzept zur Standortwahl umfassten. Charakteristik des Zürcher Veloverkehrs ist, dass er überwiegend mit dem motorisierten Verkehr auf den gleichen Verkehrsflächen geführt wird. Es wurde daher darauf geachtet, dass das evaluierte Zählsystem zuverlässig, und mit hoher Genauigkeit Velofahrten erfasst und andere Verkehrsmodi herausfiltert. Nach einem mehrmonatigen Vergleichstest zwischen einem Radarsystem und Induktionsschlaufen fiel die Wahl auf das als vorteilhaft evaluierte Schlaufensystem.

Beispiel Veloland Schweiz
Die Stiftung SchweizMobil erfasst landesweit die Benützung der VelolandSchweiz-Routen und hat dazu mittlerweile 18 Zählanlagen in Betrieb. Rund 1.4 Mio. Velofahrende wurden damit 2010 ganzjährig gezählt. Neben tageszeitlichen Spitzen (Nachmittag) lassen sich deutliche Saisonzeiten (Juli und August) aus den Daten bestimmen sowie eine Gesamtfahrleistung von rund 230 Mio. Velokilometern ermitteln. Die Veloverkehrszahlen werden in regelmässigen Ergebnisberichten erläutert und dabei auch in wirtschaftlichen Kontext gestellt: So lässt sich auf dem Routennetz von Veloland Schweiz ein Jahresumsatz von rund 133 Millionen CHF auf Tagesgäste und Mehrtagesreisende zurückführen.

VelolandSchweiz wählte ein Radarsystem, welches den die Zählstellen passierenden Veloverkehr auf den überwiegend separat vom motorisierten Verkehr verlaufenden Veloland-Routen sehr gut identifizieren und vom Fussverkehr sowie von fahrzeugähnlichen Geräten unterscheiden kann.