|
Gute Veloverbindungen werden von Menschen aller Altersgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen geschätzt. Sich sportlich betätigen, an der frischen Luft sein und unabhängig vom Strassenverkehr sowie Fahrplänen des öV mobil sein, ist ein unterstützungswürdiges Anliegen. Dabei spielt der Schulweg eine wesentliche Rolle. Er sollte aus Gründen der Verkehrssicherheit wo immer möglich abseits der stark belasteten Strassen geplant und realisiert werden. Mangelnde Verkehrssicherheit ist oftmals der Grund, warum Eltern Ihre Kinder nicht mit dem Velo zur Schule fahren lassen.
Beispiele im Kanton Solothurn:
Fussgänger- und Velobrücke Schützenmatt
Die Regionalplanungsgruppe Solothurn und Umgebung erarbeitete Ende der 70er Jahre ein regionales Konzept für den Veloverkehr und zeigte auf, dass ein starker Veloverkehr zwischen dem Wasseramt und der Stadt Solothurn herrscht. Dieser fuhr hauptsächlich über die stark belastete und damit gefährliche Verkehrsachse Luzernstrasse - Bahnhofplatz - Rötibrücke. Daraus ergab sich die Forderung nach einer neuen Veloverbindung über die Aare im Bereich Schützenmatt.
Die Brücke zeichnet sich durch die individuelle Gestaltung der Brückenköpfe sowie der Geländer- und Beleuchtungselemente aus. Besondere Beachtung wurde auf die Anpassung an die Umgebung und vorhandenen Aareuferwege gelegt.
Die Baukosten der Brücke betrugen rund 2.25 Mio. Franken. Da es sich bei diesem Bauwerk um eine Anlage von regionaler Bedeutung handelte, übernahm der Kanton den höchstmöglichen Anteilt von 70%. Die restlichen 30% wurden auf 9 Gemeinden im Umkreis verteilt.
Als neue, weitgehend von bestehenden Autostrassen unabhängige Veloverbindung wurde die Route über Aarmattplatz Zuchwil - Firma Sulzer - Aareübergang - Schützenmatt - Sternengasse - Lehrerseminar und Kantonsschule festgelegt. Mit dieser Linienführung konnte zudem das Wasseramt an bestehende Velorouten in Solothurn angeschlossen werden.
Fussgänger- und Velobrücke West (Aaresteg)
Das Projekt „Entlastung West“ in Solothurn sah im Westen der Altstadt eine neue Aarequerung vor. Diese Brücke war anfangs als normale Autobrücke mit separaten Velospuren und einem Trottoir geplant. Im Laufe der Projektentwicklung kam die Idee auf, den Langsamverkehr auf einer separaten Brücke zu führen. Die Gründe dafür waren folgende:
-
Wegen des Autobahnanschlusses hätten der Langsamverkehr auf beiden Seiten der Brücke einen relativ grossen Höhenunterschied überwinden müssen, um anschliessend wieder hinunter zu fahren oder zu steigen.
-
Die Autobrücke lag nicht auf der Wunschlinie des Langsamverkehrs und hätte z.B. für Schüler vom Obach-Quartier zum Schulhaus Vorstadt einen grossen Umweg bedingt.
-
Wegen der erwarteten hohen Verkehrsbelastung wären zu Fuss Gehende und Velofahrende einem hohen Lärmpegel ausgesetzt gewesen.
Alle diese Gründe führten dazu, dass trotz der zu erwartenden Mehrkosten von rund 1 Mio. Franken zwei Brücken projektiert wurden. Der Aaresteg West ist in das Verkehrskonzept Langsamverkehr der Stadt Solothurn eingebunden. Die neue Fussgänger- und Velobrücke schafft eine schnelle Verbindung vom Bucheggberg zum Schwimmbad und zur Solothurner Innenstadt.
Auf dem Aaresteg, der Fussgänger- und Velobrücke, ist eine Nutzung durch den nichtmotorisierten Individualverkehr vorgesehen. Damit die Brücke auch von Behinderten ohne unzumutbare Einschränkungen benutzt werden kann, sind die Steigungen der Brücke sowie der Süd- und Nordrampen mit maximal 6% möglichst gering gehalten. Die Fahrbahnbreite beträgt 5.0m. Die Nutzung der bestehenden Uferwege bleibt auch nach dem Bau des Aaresteges uneingeschränkt erhalten.
Veloverbindung Derendingen – Oberstufenzentrum Subingen
Das im Bau befindliche Oberstufenzentrum für das äussere Wasseramt, das OZ 13 soll im Herbst 2007 eröffnet werden. Es wird die Schulwege vieler Schüler ändern. Obwohl entlang der Kantonsstrassen vielerorts bereits Velomassnahmen realisiert wurden - meist Velostreifen, aber auch separate Velowege parallel der Strasse - sind verschiedene Verbindungen auf stark belasteten Strassen nicht ideal. In diesem Zusammenhang soll die Möglichkeit einer neuen Verbindung Subingen – Derendingen entlang des Bahntrassees untersucht werden.
Das östlichste Teilstück existiert bereits und liefert Randbedingungen bezüglich Ausbaustandard und Normalprofil (siehe umseitige Abbildung). Die Einführung in die Horriwilstrasse bzw. über den Knotenbereich direkt in die Industriestrasse wird unter Beachtung der Verkehrssicherheit und Attraktivität geplant (ausgefüllter, oranger Kreis). Westlich davon stellt sich die Frage der Linienführung. Über die bestehende Industriestrasse sind Konflikte mit zunehmendem Güterverkehr zu erwarten. Als Alternative bietet sich der Bereich zwischen Industriestrasse und SBB-Gleis an. Das Wissensteinfeld östlich der Autobahn gehört zur Gemeinde Derendingen und soll voraussichtlich als Gewerbegebiet eingezont und von Derendingen her erschlossen werden. Die in diesem Zusammenhang geplante neue Brücke soll in Zukunft auch dem Langsamverkehr dienen. Bis es aber so weit ist, werden provisorische Lösungen unter Mitbenutzung der Eisenbahnbrücke untersucht.
|