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PRAXIS Beispiele

Auf Mobilservice PRAXIS finden Sie detaillierte Beschriebe, Umsetzungshilfen und Kontaktadressen zu zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Diese richten sich vor allem an Gemeinden. PRAXIS Beispiele für Unternehmen und die DATENBANK für Unternehmensbeispiele finden Sie in der Rubrik PRAXIS UNTERNEHMEN.

 

   
Selektive bauliche Verdichtung für ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement
Erstellt am 08.05.2006, Aktualisiert am 08.05.2006
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In diesem Praxisbeispiel wird der Akzent auf die Raumplanungspolitik und ihre Rolle zur Förderung eines nachhaltigen Mobilitätsmanagements gelegt. Die selektive bauliche Verdichtung ist bei der Realisierung eines Wohnquartiers ein wirksames Werkzeug, um die Nachfrage nach Wohnungen zu erfüllen. Im Vordergrund stehen auch eine rationelle Bodennutzung und die Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätsmanagements sowie die Steigerung der Lebensqualität.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass mit den Projekten einer selektiven baulichen Verdichtung das Verkehrsaufkommen in Grenzen gehalten wird. Ebenso kann die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel begünstigt und der Langsamverkehr (Fuss- und Veloverkehr) gefördert werden. Für die Umsetzung derartiger Projekte werden verschiedene Raumplanungsinstrumente mit ihren Vorteilen und den Modalitäten ihrer Ausarbeitung und Anwendung vorgestellt, die den Gemeinwesen zur Verfügung stehen.

Beispiel Prélaz (Lausanne)
Das Gelände von Prélaz war bis 1995 Standort der Werkstätten und Depots der Öffentlichen Verkehrsbetriebe der Region Lausanne (transports publics de la région lausannoise TL). Das Areal liegt in einem Arbeiterquartier an der westlichen Grenze von Lausanne und in idealer Nähe des öffentlichen Verkehrs.

Mit seiner Grösse von mehr als 20 000 m2 und dieser Lage stellt das Gelände von Prélaz einen strategischen Standort am Schnittpunkt zwischen Wohnquartieren im Norden und Quartieren gemischter Nutzung im Süden dar.
Nachdem die Verlegung der Anlagen der TL beschlossen worden war, hatte die Stadtverwaltung 1988 zur Umnutzung des Geländes ein Verfahren für einen Teilzonenplan eröffnet. Das Ziel bestand nicht nur darin, von der guten öffentlichen Verkehrsanbindung zu profitieren, sondern auch
  • das Entstehen eines polyvalenten Bautenkomplexes zu ermöglichen, der hauptsächlich für ein verdichtetes Wohnen bestimmt ist und somit für das Quartier ein Zentrum darstellen soll,
  • die verschiedenen Funktionen der öffentlichen Flächen zu definieren und aufzuwerten,
  • die landschaftliche Qualität des Geländes zu verbessern und mit anderen Grünflächen zu vernetzen.
Das Projekt von Prélaz veranschaulicht die Realisierung eines Vorhabens, das auf die Verdichtung einer städtischen Überbauung abzielt, realisiert auf einer Industriebrache am Rande des Stadtzentrums und in der Nähe einer starken öffentlichen Verkehrsader liegt. Durch seine Rückverwandlung in ein Wohnquartier mit gemischter Nutzung (Wohnungen und Läden) konnte dem bis dahin etwas fragmentierten Stadtviertel ohne wirklichen Mittelpunkt eine neue Zentralität verliehen werden.

Beispiel Bussigny
Das Beispiel von Bussigny veranschaulicht die dichte bauliche Entwicklung eines Quartiers an einem nicht urbanisierten Standort (teils Zone mit Mischnutzung, teils landwirtschaftliche Zone). Das Gelände liegt in der Nähe des Bahnhofs mit Anbindung an eine Linie des öffentlichen Verkehrs. Dieses Projekt will die gemischte Nutzung fördern, und legt besonderen Wert auf die Qualität der öffentlich genutzten Flächen.

Bussigny befindet sich an der Peripherie von Lausanne. Wie die meisten Gemeinden im Genferseegebiet verzeichnet sie eine starke demografische und wirtschaftliche Entwicklung. Die Wohnungsnachfrage ist gross, was der sehr geringe Leerwohnungsbestand belegt. Die Kapazität der ausgewiesenen Wohngebiete reicht heute nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken.
Das zukünftige Quartier wird aus verschiedenen Wohnungstypen bestehen. Der Teilzonenplan enthält Sektoren für kollektives Wohnen in Wohnblöcken, für halbverdichtetes Wohnen in Reihenhäusern, Doppel- und Einzelhäusern. Weiter ist vorgesehen, Gemeinschaftsanlagen (Schulen, Sporthallen) zu bauen und wirtschaftliche Aktivitäten zu fördern. Die Bebauung soll Raum bieten für rund 2000 Bewohner und 200 Arbeitsplätze.

Das Mobilitätsaufkommen soll in erster Linie über den öffentlichen Verkehr abwickeln, mit Anbindung an den SBB-Bahnhof Bussigny. Zwei Buslinien verbinden das Quartier mit dem Bahnhof und dem Ortszentrum.
Weiter wird eine für den Langsamverkehr reservierte Achse vom Quartier zum Zentrum von Bussigny und zum Freizeitgelände von Plannaz realisiert. Für den motorisierten Verkehr wird im ganzen Quartier Tempo 30 gelten. Ein möglichst direkter Anschluss an das Hauptstrassennetz im Süden und im Norden soll den Verkehr in Richtung Bussigny Zentrum begrenzen. Um den Durchgangsverkehr im Quartier zu begrenzen, wird es zwischen den beiden Sektoren Süd und Nord keine Strassenverbindung geben. Das Verkehrsaufkommen des motorisierten Individualverkehrs soll auf 125 Bewegungen pro Tag und Hektare begrenzt sein.