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PRAXIS Beispiele

Auf Mobilservice PRAXIS finden Sie detaillierte Beschriebe, Umsetzungshilfen und Kontaktadressen zu zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Diese richten sich vor allem an Gemeinden. PRAXIS Beispiele für Unternehmen und die DATENBANK für Unternehmensbeispiele finden Sie in der Rubrik PRAXIS UNTERNEHMEN.

 

   
Förderung von Gasfahrzeugen und Betankungsanlagen
Erstellt am 01.09.2005, Aktualisiert am 05.11.2008
Übersicht Dokumente Beschreibung Profil Wirkung Werkzeuge Bildergalerie
Die Einhaltung der Luftreinhaltewerte ist in vielen Gemeinden und Regionen eine schwierige Herausforderung. Der motorisierte Verkehr ist einer der Hauptverursacher von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Emissionen. Erdgas und v.a. Biogas stellen eine umweltschonende, preisgünstige und sichere Treibstoff-Alternative zu Benzin und Diesel dar. Die Resultate verschiedener Vergleichsstudien zeigen klare Emissionsvorteile moderner Gasfahrzeuge, besonders wenn man diese mit Biogas betankt, welches regenerativ aus Bioabfällen gewonnen wird und somit als CO2-neutral gilt. Die Zahl der auf dem Markt erhältlichen Gasfahrzeuge hat in den letzten Jahren zugenommen. Handlungsbedarf besteht vor allem noch beim Ausbau des Tankstellenetzes sowie der Schaffung von finanziellen Anreizen beim Kauf von Gasfahrzeugen.

Beispiele im Kanton Solothurn
Aufgrund der umweltschonenderen Bilanz gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen will der Kanton Solothurn die Verbreitung von gasbetriebenen Fahrzeugen vorantreiben und hat verschiedene Aktivitäten entwickelt. Die kantonale Verwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Gasfahrzeuge auf 5 % ihrer Fahrzeugflotte zu erhöhen. Im Kanton Solothurn gibt es zur Zeit (Juli 2005) in Däniken, Grenchen, Wangen b.O. und Zuchwil mo-derne öffentliche Gastankstellen, welche die Treibstoffversorgung sicherstellen. Dieses Tankstellennetz soll wei-ter ausgebaut werden.
Der Kanton prüft ausserdem eine Steuerbefreiung für gasbetriebene Fahrzeuge, die 2007 zum Tragen kommen könnte. Der Bund will die Mineralölsteuer auf Erdgas, Biogas und Flüssiggas senken. Entsprechend ist eine Teil-revision des Mineralölsteuergesetzes vorgesehen. Diese Steuerreduktion kann frühestens im Jahr 2007 wirksam werden. Im Weiteren setzen verschiedene Taxibetriebe (Soltaxi in Solothurn und Stern Taxi in Olten) Erdgasfahrzeuge zur Personenbeförderung ein. Die Stadt Olten besitzt seit Juli 2005 ein erdgasbetriebenes Kehrichtfahrzeug, die Städtischen Werke Grenchen nutzt bereits seit 2000 ein mit Erdgas betriebenes Firmenauto.

Auch im öffentlichen Verkehr besteht grosses Potenzial für einen sauberen und umweltschonenden Betrieb, denn die herkömmlichen Linienbusse mit Diesel-Antrieb stellen ein Problem hinsichtlich der Luftverschmutzung dar. Die Busbetriebe Olten Gösgen Gäu (BOGG) begegnen diesem Problem mit dem Einsatz gasbetriebener Linien-busse. Die BOGG betreiben seit 2004 Linienbusse mit modernstem Erdgasantrieb, und dies mit Erfolg - die Gas-fahrzeugflotte wird laufend ausgebaut. Weitere Busbetriebe im Kanton Solothurn prüfen die Einführung von gas-betriebenen Linienbussen.
In der Studie von "novatlantis - Nachhaltigkeit im ETH-Bereich" wurden dazu die Praxiserfahrungen der Bus-betreiber untersucht. Der Mehraufwand für Anschaffungskosten (Fr. 5'880.-) und Unterhalt (Fr. 1'500.-) pro Bus und Jahr kann durch Einsparungen bei den Treibstoffkosten ausgeglichen werden. Die Erdgasbusse überzeugen auch im täglichen Fahrbetrieb durch gute Leistungsfähigkeit und geringe Störanfälligkeit sowie in der günstigen Umweltbilanz mit niedrigen Schadstoffemissionen und geringer Lärm- und Geruchsbelastung.

Beispiel "Salat im Tank", Zürich
Das Projekt "Salat im Tank", ein Umweltprojekt der Genossenschaft Migros Zürich, zeigt beispielhaft, wie ein umweltschonender Kreislauf umgesetzt werden kann: Aus Bioabfällen der Migros Zürich gewinnt die Firma Kom-pogas CO2-neutrales Biogas und speist es in das Netz der Erdgas Zürich ein. Dieses Netz versorgt Gastankstel-len, an denen acht Migros-Lastwagen das "Naturgas" (Mischung aus Erdgas und Biogas) als Treibstoff beziehen und damit ca. 600'000 Kilometer pro Jahr zurücklegen. So kann ein jährlicher Verbrauch von 200'000 Liter Die-selöl eingespart werden. Das Potenzial ist noch weit grösser: Allein mit Grünabfällen der Migros-Genossenschaft könnte jeder zweite Migros-Lastwagen mit Biogas betrieben werden.

Beispiele im Kantonen Aargau
Im Planungsbericht energieAARGAU 2005 sind die Hauptausrichtungen, Leitsätze und Strategien der aargaui-schen Energiepolitik der nächsten zehn Jahre formuliert. Demnach sollen im Kanton zukünftig Gasfahrzeuge begünstigt werden. Folgende Vorschläge sind enthalten:
  • Reduzierte Verkehrsabgabe für Elektro-, Gas-, Klein- und Hybridfahrzeuge
  • Förderung des Gasantriebs bei Bussen des öffentlichen Verkehrs
Sollte das Papier angenommen werden, kann man mit einer Umsetzung in ein bis zwei Jahren rechnen.
Daneben wird seitens der Industrie bereits einiges getan. Die sieben Gasversorger im Kanton betreiben teilweise das Gastankstellennetz und bieten Förderungen für gasbetriebene Fahrzeuge an. Die IBW Energie AG in Wohlen bezahlt beispielsweise die Mehrkosten bei der Anschaffung eines Gasfahrzeuges bis zu maximal Fr. 1'500.-. Als Gegenleistung muss das Fahrzeug drei Jahre lang als Erd-gasfahrzeug gekennzeichnet sein (Aufkleber an drei Seiten) und falls möglich zu Ausstellungszwecken verwen-det werden können. Dieses Angebot gilt für das gesamte Einzugsgebiet der Gasverbund Mittelland AG.