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Branche
Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren (Vakuumtechnologie)
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Tätigkeiten der Firma
Die Inficon AG in Balzers ist Teil der international tätigen Inficon Holding mit weltweit rund 850 Mitarbeitern. Sie ist führender Hersteller anspruchsvoller Vakuummessgeräte und Sensortechnologien.
Am Standort Balzers beschäftigt die Inficon AG rund 185 Personen.
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Betriebsgrösse
Mittlere Unternehmen (50-249 Beschäftigte) 185 Mitarbeitende
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Gemeindetyp
Ländliche Gemeinde
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Standort / Rahmenbedingungen
Die Firma Inficon AG liegt seit dem Umzug im 2002 (Neubau) am nördlichen Rand der Gemeinde Balzers (vorher Zentrum). 80% der Mitarbeitenden der Inficon sind grenzüberschreitende Berufspendler aus der Schweiz (70%) und Österreich (10%).
| LV: |
Die Verkehrserschliessung für den Fuss- und Radverkehr hat sich gegenüber dem alten Werk im Zentrum verschlechtert. |
| öV: |
Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist sehr gut (Liechtenstein Bus). Allerdings ist die Erschliessung durch den öV auf der schweizerischen Rheinseite verbesserungswürdig. |
| MIV: |
Die Inficon ist strassenmässig gut erschlossen (Anbindung ans Autobahnnetz in allen Richtungen). Seit dem Standortwechsel im 2002 beschränktes Parkplatzangebot auf dem Firmengelände (100 PP in Tiefgarage, 25 PP im Freien). |
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Sprachregion
Deutsch
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Anstoss
Aus eigenem Antrieb
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Ausgangslage / Motivation
Im Jahr 1998 hatte die Inficon AG im Rahmen der Zertifizierung ihres Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 die Arbeitswege bei der Energieanalyse bewusst mit einbezogen. Dabei verursachten die Arbeitswege bei einem MIV-Anteil von 63% etwa 50% des totalen Energieverbrauchs der Unternehmung. Aus diesem Grund wurde durch die Geschäftsleitung im Jahr 2000 die Reduktion des MIV-Anteils auf 40% als eines der Umweltziele definiert.
Bei der Planung des Neubaus für 300 Mitarbeiter im Jahr 2000 stellte sich die Frage nach der Zahl der Parkplätze: Sollen zwei Tiefgeschosse mit 225 Parkplätzen für 75% der Mitarbeitenden, bei geschätzten Jahreskosten von CHF 2'400.- pro Parkplatz, gebaut werden? Aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen entschied man sich, nur ein Parkplatztiefgeschoss mit 100 Parkplätzen (für 40% der Mitarbeiter) und 25 Parkplätze im Freien zu bauen. Zudem wurde das bestehende betriebliche Mobilitätsmanagement weiterentwickelt.
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Ausmass
Betriebsintern
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Mobilitätsmanagementsystem
- Seit 1999 hat die Inficon ein umfassendes Mobilitätsmanagementsystem, das laufend weiterentwickelt wird. Das Mobilitätsmanagement ist vollständig im Total Quality Management (TQM) der Unternehmung integriert.
- Vorgehen: (1) Bildung einer Arbeitsgruppe "Umwelt und Mobilität", (2) Durchführung einer Arbeitsweganalyse bei MA mit verschiedenen Elementen (Wohnortverteilung MA, Verfügbarkeit/Qualität öV-Angebot, Erschliessung Fuss/Velo), (3) Erarbeitung von Pull und Push Massnahmen.
- Das Mobilitätsmanagement betrifft alle MA gleich, abhängig vom Wohnort, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel; zudem ist es hierarchieunabhängig.
- Umsetzung, Weiterentwicklung und Evaluation erfolgt durch die Arbeitsgruppe "Umwelt und Mobilität" bestehend aus 7 Mitgliedern (inkl. 1 Mitglied aus der GL).
- Die interne Kommunikation erfolgt über die herkömmlichen Kanäle (Anschlagbrett, Intranet, Mobilitätswoche, Aktionen, Belegschaftsversammlung etc.).
- Zusammenarbeit mit Nachbarunternehmen, Liechtensteinbus und Standortgemeinde Balzers.
- Quantitative Zielsetzung für den Modalsplit auf Arbeitswegen: MIV=40 %, öV/FG=40%, LV=20%.
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Managementsystem
Eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem (MMS) Integration in bestehendes Umweltmanagementsystem (UMS)
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Verkehrsarten
Pendlerverkehr Dienst- und Geschäftsverkehr
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Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen) |
Stand: 2010 |
Massnahmen-bereiche |
Massnahmenart |
bauliche Massnahmen |
organisatorische Massnahmen / Anreize |
Information und Bewusstseinsbildung |
| Förderung öV-Nutzung |
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jährlicher Mobilitätsbeitrag für Clubmitglieder*:
- Top = CHF 500
- Plus = CHF 380
- Basic = CHF 100
- CHF 100 im Nahbereich
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| Förderung Velo-Nutzung |
Bau von überdachten Veloabstellanlagen direkt beim Eingang; Einrichtung von Garderoben mit Duschen; Einrichtung einer Reparaturecke
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Mobilitätsbeitrag für Clubmitglieder*; Duschtücher frei verfügbar; gratis Veloreparaturwoche; Aktion Velohelm & Spikereifen
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Teilnahme am Wettbewerb „Mit dem Rad zur Arbeit“ von VCL, LIHK. Regierung; Bewerbung von „Rad fahren für Ihre Gesundheit“ von VCL
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| Parkplatz-bewirtschaftung |
Reduktion der PP-Zahl am neuen Standort
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PP-Gebührenmodell inkl. Nutzungsreglement auf der Basis von Zumutbarkeitskriterien für Arbeitsweg ohne Auto
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| Förderung von Fahr-gemeinschaften (CarPooling) |
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Förderung im Rahmen des Mobilitäts-Clubs
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| CarSharing |
Einrichtung je eines Mobility-Standortes beim Haupteingang und in Balzers bei Oerlikon Balzers AG für 1 Fahrzeug
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Teilnahme am Business CarSharing von Mobility; Gratis Mitgliedschaft bei Mobility für Clubmitglieder*; gratis Benützung von Mobility-Fahrzeugen an Arbeitstagen
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| Sonstiges |
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*Anreizsystem "Inficon Mobilitäts-Club" (kostenlose Mitgliedschaft)
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Mobilitätsbeitrag; Mobilitätslotto; subventioniertes Personalrestaurant
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Verkehrliche Wirkung
Reduktion MIV Pendlerverkehr um 8%
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Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen Die Reduktion des MIV im Pendlerverkehr nach Wegen beträgt zwischen 1998-2005 13%. Bezogen auf die zurückgelegten Personenkilometer beträgt die Reduktion des MIV 8%. 2010 beträgt der MIV-Anteil (allein per Auto oder Motorrad) heute etwa 50%.
Umweltwirkungen Seit 1998 konnte der Energieverbrauch der Arbeitswege von 50% auf 35% reduziert werden.
Zudem brachte das MM eine Reduktion des CO2-Austosses von 100 t pro Jahr und Einsparungen beim fossilen Energieverbrauch.
Finanzielle Wirkungen - Kosten 1 Tiefgaragengeschoss mit Mobilitätsmanagement: 320'000 CHF/a
- Kosten 2 Tiefgaragengeschosse ohne Mobilitätsmanagement: 440'000 CHF/a
Soziale Wirkungen Das Mobilitätsmanagement wird bei den Mitarbeitenden sehr positiv aufgenommen. 54% der Mitarbeitenden sind Mitglied im "Inficon Mobilitäts-Clubs" und profitieren somit von den offerierten Leistungen.
Das Mobilitätsmanagement führt bei den Mitarbeitenden zudem zu tieferen Mobilitätskosten, mehr körperlichen Bewegung und somit zu tieferen Krankheitskosten.
Projekteffizienz Keine Angaben
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Umweltwirkung
Reduktion: 100 t CO2/a
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Finanzielle Wirkung
Einsparungen: 120'000 CHF/a
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Projekteffizienz
Einnahmen: 1’200 CHF/t CO2
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Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
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Erfolgsfaktoren
- Miteinbezug der Arbeitswege ins Umweltmanagementsystem (ISO 14001)
- Rückhalt durch die Geschäftsleitung
- Motiviertes Prozessteam und engagierter Mobilitätsbeauftragter
- Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden betreffend des Arbeitswegs
- Grosse Akzeptanz der Massnahmen bei der Mehrheit der Mitarbeitenden
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Hemmnisfaktoren
- Verbesserungswürdige Erschliessung des neuen Standortes für den Veloverkehr
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