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Franz Hasler AG, Bendern (Liechenstein)

Die zunehmenden Verkehrs- und Parkplatzprobleme einerseits und die Umwelt im Leitbild der Firma, waren der Auslöser zur Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts bei der Franz Hasler AG. Mit der Einführung einer Parkraumbewirtschaftung, eines Ökobonuses und der Förderung von Fahrgemeinschaften konnte eine Reduktion der Autonutzung im Pendlerverkehr erreicht werden.
Branche
Baugewerbe / Bau
(Holzbau)
Tätigkeiten der Firma
Die Franz Hasler AG ist Spezialist für Treppenbau, Systemholzbau und Baubiologie. Die von der Firma verwendeten Materialien werden nach ökologischen und baubiologischen Kriterien ausgesucht.

Die Franz Hasler AG beschäftigt rund 20 Personen (davon 3 Lehrlinge).
Betriebsgrösse
Kleine Unternehmen
(10-49 Beschäftigte)
20 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Ländliche Gemeinde
Standort / Rahmenbedingungen
Die Franz Hasler AG hat ihren Firmenstandort in der Gemeinde Bendern. 60% der Mitarbeitenden der Franz Hasler AG sind grenzüberschreitende Berufspendler aus der Schweiz (8 Personen) und Österreich (4 Personen).
LV: Die Verkehrserschliessung für den Fuss- und Radverkehr ist gut, jedoch teilweise verbesserungswürdig.
öV: Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist sehr gut (Liechtenstein Bus). Allerdings ist die Erschliessung durch den öV auf der schweizerischen Rheinseite verbesserungswürdig.
MIV: Die Franz Hasler AG ist strassenmässig gut erschlossen (Anbindung ans Autobahnnetz in allen Richtungen). Beschränkte Parkflächen für Mitarbeiter und Zulieferfirmen.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Aus eigenem Antrieb
Ausgangslage / Motivation
Einerseits hatte die Franz Hasler AG zunehmende Verkehrs- und Parkplatzprobleme (beschränkte Parkmöglichkeiten) beim Firmenstandort. Hinzu gesellte sich eine zunehmende Kollisionsgefahr mit Zuliefern.

Andererseits hat die Umwelt im Leitbild der Firma einen zentralen Stellenwert: "Gesundes bauen und wohnen stehen bei uns im Mittelpunkt. Damit verfolgen wir die Ideale einer harmonischen und intakten Umwelt. Denn nur ein Unternehmen das ökologisch geführt wird, kann künftig auf dem Markt bestehen".
Ausmass
Betriebsintern
Mobilitätsmanagementsystem
  • Seit 1998 hat die Franz Hasler AG ein betriebliches Mobilitätsmanagementsystem, welches auf der gleichzeitig eingeführten Parkplatzbewirtschaftung basiert.
  • Vorgehen: (1) Durchführung von Mitarbeitergesprächen (2) Analyse des Betriebs- und Pendlerverkehrs (3) Erarbeitung einer Parkplatzordnung mit Anreizsystem (Einnahmen aus PP-Bewirtschaftung werden für Pull-Massnahmen verwendet).
  • Das betriebliche Mobilitätsmanagement wird durch den Geschäftsführer der Franz Hasler AG persönlich betreut, weiterentwickelt und evaluiert.
  • Information und Kommunikation erfolgt(e) über Mitarbeitergespräche sowie der Abgabe der Parkplatzordnung auf einer A4-Seite mit folgendem Inhalt: Begründung, Zielsetzungen, Parkplatzkosten und PP-Benutzungssystem, Verwendung der Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung.
  • Es erfolgt keine spezifische Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde Bendern.
  • Zielsetzungen: (1) dem Individualverkehr und der damit zunehmenden Umweltbelastung in sinnvoller Weise entgegentreten (2) Mobilitätsmanagement als Aspekt das Leitbild der Franz Hasler AG in die Praxis umzusetzen (möglichst umweltfreundliche Produktion).
Managementsystem
Eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem (MMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2008
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Beitrag an Buskarte für Mitarbeitende die mind. zu 75% mit dem öV kommen Infos zu PP-Ordnung + Verwendung der Einnahmen auf A4 Seite
Förderung Velo-Nutzung Beitrag an Fahrradservice für Mitarbeitende die mind. zu 75% mit dem Velo kommen Infos zu PP-Ordnung + Verwendung der Einnahmen auf A4 Seite
Parkplatz-bewirtschaftung Erhebung von PP-Gebühren für Monats- + Tages-PP (Einheitstarife für alle Mitarbeitende); keine PP-Gebühren zahlen Fahrgemeinschaften, Elektro- + Solarmobile Infos zu PP-Ordnung + Verwendung der Einnahmen auf A4 Seite
Förderung von Fahr-gemeinschaften (CarPooling) Fahrgemeinschaften zahlen keine PP-Gebühr; Übernahme Mitglieder-beitrag VCL/VCS Infos zu PP-Ordnung + Verwendung der Einnahmen auf A4 Seite
Sonstiges Finanzierung von Investitionen für weitere MM-Massnahmen aus PP-Fond; Einrichtung einer Kantine für Mitarbeitende Infos zu PP-Ordnung + Verwendung der Einnahmen auf A4 Seite
Verkehrliche Wirkung
Reduktion MIV Pendlerverkehr um 10%
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Vor der Einführung des Mobilitätsmanagements kamen sämtliche Mitarbeitende mit dem Auto zur Arbeit. Durch das Mobilitätsmanagement kommen neu 2 Mitarbeitende mit dem Velo. Zudem wurden 4 Fahrgemeinschaften gebildet. Bezogen auf die zurückgelegten Personenkilometer beträgt die jährliche Reduktion des MIV 10%.
Umweltwirkungen
Durch die umgesetzten Massnahmen wird eine jährliche Reduktion der CO2-Emissionen im Pendlerverkehr von insgesamt rund 8.9 t erreicht.
Finanzielle Wirkungen
Die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung fliessen in einen Fonds. Die Mittel werden für ökologisch orientierte Zwecke verwendet.
  • ∅-jährliche Einnahmen: CHF 1'500.-
  • ∅-jährliche Ausgaben: CHF 1'400.-
Soziale Wirkungen
Mit der Einführung des betrieblichen Mobilitätsmanagements sanken die privaten Mobilitätsaufwendungen der Mitarbeitenden beachtlich. Die Einrichtung der Kantine stabilisierte einerseits die täglichen Verpflegungskosten der Mitarbeitenden, andererseits entfallen die Verpflegungsfahrten ins nächstgelegene Restaurant.
Projekteffizienz
Keine Angaben
Umweltwirkung
Reduktion 8.9 t CO2/a
Finanzielle Wirkung
Einsparungen:
100 CHF/a
Projekteffizienz
Einnahmen:
11 CHF/t CO2
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • Konsequente Umsetzung des Umweltleitbildes der Firma
  • Engagierte Geschäftsführer, welche Leitbild der Firma vorleben
  • Einführung der Parkplatzbewirtschaftung
  • Flexibilität von kleinen und mittleren Betrieben
  • Flache und direkte Strukturen
Hemmnisfaktoren
  • Keine Angaben
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