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Eawag, Dübendorf (ZH) und Kastanienbaum (LU) (Zürich)

Mit der Einführung des Ressourcen- und Umweltmanagementsystems der Bundesverwaltung (RUMBA) wurde der Pendler-, Dienst- und Geschäftsverkehr bewusst in die Energieanalyse der Eawag mit einbezogen. Mit Einzelmassnahmen wie z.B. Firmenbeitrag ans GA, gratis Halbtax oder Förderung der Velonutzung konnte eine Reduktion der Autonutzung im Geschäfts- und im Pendlerverkehr erreicht werden.
Branche
Erbringung von Freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
(Forschungsanstalt)
Tätigkeiten der Firma
Die Eawag ist ein national verankertes und international vernetztes Wasserforschungs-Institut und gehört zum ETH-Bereich. Sie setzt sich für einen ökologisch, wirtschaftlich und sozial verantwortungsvollen Umgang mir der weltweit immer stärker unter Druck stehenden Ressource Wasser ein. Die Eawag ist vorrangig in der Forschung tätig, engagiert sich aber auch in Lehre und Praxis.

Insgesamt beschäftigt die Eawag rund 426 Personen (Dübendorf: 326, Kastanienbaum: 100).
Betriebsgrösse
Grosse Unternehmen
(250 und mehr Beschäftigte)
426 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Agglomerationsgemeinde
Ländliche Gemeinde
Standort / Rahmenbedingungen
Der Hauptsitz der Eawag liegt am nordwestlichen Rand der Gemeinde Dübendorf auf dem Gelände des ETH-Bereichs (zusammen mit der Empa). 2006 Bezug Neubau an gleichem Standort. Das Forschungslabor in Kastanienbaum liegt ca. 5 km südlich von der Stadt Luzern direkt am Vierwaldstätter See.
LV: Beide Standorte sind gut und sicher über das lokale und regionale Fuss- und Velowegnetz erreichbar. In Dübendorf wurde der Veloweg entlang des Chriesbachs auf Initiative der Eawag ausgebaut und führt seit 2010 unter einer stark befahrenen Strassenkreuzung durch. Am Bahnhof Stettbach besteht seit 2010 gemeinsam mit der Empa eine abschliessbare Veloabstellanlage mit 140 Plätzen.
öV: Beide Standorte sind gut mit dem öV erschlossen. In Dübendorf liegen zwei Haltestellen der Glattalbahn in unmittelbarer Nähe. In Kastanienbaum sind es 10’ zu Fuss von der Bushaltestelle.
MIV: Beschränktes PP-Angebot an beiden Standorten für Mitarbeitende und Besucher. Der Betriebstandort in Dübendorf ist direkt an die A1 (Ausfahrt Wallisellen/Dübendorf, ca. 300m bis zur Eawag) angebunden.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Aus eigenem Antrieb
Ausgangslage / Motivation
Einerseits lag es der Eawag als umweltbewusste Arbeitgeberin am Herzen, ihre Mitarbeitenden mit attraktiven öV- und Veloangeboten für ein nachhaltiges Verkehrsverhalten zu motivieren. Andererseits wurde mit der Einführung des Ressourcen- und Umweltmanagementsystems der Bundesverwaltung (RUMBA) im 2003 der Arbeits-, Dienst- und Geschäftsverkehr bewusst in die Umweltanalyse der Eawag mit einbezogen.

Zudem hat sich die Eawag verpflichtet ihren gesamten Strom- und Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien und umweltfreundlich zu decken. D.h. dass die Eawag ihren gesamten Mobilitätsbedarf CO2-neutral deckt.
Ausmass
Betriebsintern
Mobilitätsmanagementsystem
  • Seit 1995 hat die Eawag fortlaufend einzelne Massnahmen im Bereich des Mobilitätsmanagements (=>aktionsorientiertes Vorgehen) umgesetzt.
  • Seit 2003 sind die einzelnen Massnahmen Bestandteil des eingeführten Ressourcen- und Umweltmanagementsystems RUMBA.
  • Die Eawag verfügt über ein Umwelt-Team mit 12 Mitarbeitenden, welches für die aktive Umsetzung der Umweltpolitik verantwortlich ist.
  • Die Eawag-Mitarbeitenden werden über die bestehenden und neuen Projekte im Bereich des Mobilitätsmanagement laufend über verschiedene Kommunikationskanäle (insbesondere Intranet und Website „Umwelt-Team“) informiert.
  • Es findet bei Bedarf eine Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden Dübendorf und Kastanienbaum im Rahmen der einzelnen Massnahmen des Mobilitätsmanagement statt.
  • Zielsetzung: Kompensation CO2-Austoss für den gesamten Mobilitätsbedarf durch Abgaben und Finanzierung geeigneter Projekte (Abgaben gehen an die Klimaschutzorganisation „myclimate“ oder in einen firmeninternen Fonds, der für Projekte im Bereich Langsamverkehr verwendet wird).
  • Die Eawag ist Partner bei CO2-monitor (http://www.co2-monitor.ch) und fördert damit das umweltfreundliche Verhalten ihrer Mitarbeitenden.
Managementsystem
Einzelmassnahmen, keine Einbettung ins Managementsystem (MS)
Integration in bestehendes Umweltmanagementsystem (UMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Dienst- und Geschäftsverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2010
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Firmenbeitrag an Mitarbeitende für GA (ca. 1/3); Abgabe gratis Halbtax
Förderung Velo-Nutzung Ausbau Veloabstellplätze; Mitarbeit bei Revita-lisierung Chriesbach inkl. neuer Velo- + Fussweges durch Betriebsgelände Aufwertung von Veloabstellanlagen an verschiedenen Standorten (Betriebsgelände, Bhf. Stettbach und Dübendorf; für Reparaturen Zusammenarbeit mit örtlichen Velowerkstätten; Bereitstellung von 50 Firmenvelos gegen Depot; gratis Kurzzeitausleihe der Firmenvelos Teilnahme an "bike to work"; 100 verwaiste Velos auf Areal eingesammelt + repariert -> daraus 50 relativ neuwertige Velos erstellt; Veloräumaktion beim Bahnhof Stettbach und auf dem Firmengelände; CityHELM zu ermässigtem Preis (Suva-Helmaktion)
Parkplatz-bewirtschaftung Erhebung von PP-Ge-bühren (Einheitstarif für alle Mitarbeitende)
ECO-Drive / energieeffiziente Fahrweise Versuchsweise Finanzierung von Kurse
Flotten-bewirtschaftung Anschaffung 1 Elektro-Scooter + 1 Erd-/Biogasauto
Sonstiges CO2-Kompensations-abgabe bei Flugreisen; seit 2010 CO2-Kompensationsabgaben auf gesamten Mobilitätsbedarf ausser öV Umweltteam hat eigene Website; Personalrestaurant mit Goût Mieux Zertifikat
Verkehrliche Wirkung
Keine Angaben
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Gegen 100 MA beziehen ein vergünstigtes GA, das sind 20% der Mitarbeitenden. Die Veloabstellanlage beim Bahnhof Stettbach ist voll ausgelastet.
Umweltwirkungen
Die Eawag deckt ihren Mobilitätsbedarf weitgehend CO2-neutral. Der CO2-Ausstoss wird beim gesamten Mobilitätsbedarf (ausser öV) durch Abgaben und Finanzierung geeigneter Projekte vollständig kompensiert.
Finanzielle Wirkungen
Die Gesamtkosten der umgesetzten Massnahmen betragen jährlich rund CHF 100'000.-. Diese Kosten werden durch die Einnahmen der Parkplatzgebühren, tiefere Spesenentschädigungen und den CO2-Kompensationen mehr oder weniger gedeckt.
Jährlich werden gegen Fr. 20'000 an myclimate abgegeben; gegen Fr. 100'000 gehen jährlich in den internen Fonds.
Soziale Wirkungen
Die Massnahmen kommen bei den Mitarbeitenden generell sehr gut an. Das zeigt sich darin, dass die Angebote rege genutzt werden. Die Mitarbeiterzufriedenheit seit Einführung der Massnahmen im Bereich des Mobilitätsmanagements ist insbesondere in den Bereichen gestiegen, welche den Mitarbeitenden klare Vorteile bringen (GA Vergünstigung, Veloangebote).
Projekteffizienz
Massnahmen bewirkten Verbesserung der internen Rahmenbedingungen.
Umweltwirkung
Keine Angaben
Finanzielle Wirkung
kostenneutral
Projekteffizienz
Keine Angaben
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • Massnahmen-Mix als Ganzes
  • GA Vergünstigungen
  • Sehr gute Veloangebote
  • Verwendung des internen Fonds für Kompensationsgelder für den Langsamverkehr
Hemmnisfaktoren
  • Administrativer Aufwand
  • Budgetkürzungen des Bundes für den ETH-Bereich
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