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Clariant International AG, Muttenz (Basel-Land)

Engpässe beim Parkplatzangebot führten bei der Clariant AG zu steigender Unzufriedenheit bei den Mitarbeitenden. Mit der Änderung des PP-Nutzungskonzepts, einem Firmenbeitrag ans U-Abo TNW, der Verbesserung des öV-Angebots und der Förderung von Fahrgemeinschaften konnte das Problem entschärft sowie die Zahl der Mitarbeitenden die nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren erhöht werden.
Branche
Verarbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren
(Chemische Industrie)
Tätigkeiten der Firma
Der Clariant Konzern ist ein international tätiger Farbstoff- und Chemikalienproduzent. Zudem bietet er den Konzerngesellschaften und ihren Kunden eine Reihe zusätzlicher Dienstleistungen in den Bereichen Verfahrensentwicklung, Chemie-Engineering, Qualitätsprüfung, Umwelt und Sicherheit sowie Transportlogistik an.

Insgesamt beschäftigt Clariant in der Schweiz an ihren drei Standorten rund 1'650 Personen (Hauptsitz Muttenz: 1'300; Standort Reinach: 200; Standort Pratteln: 150)
Betriebsgrösse
Grosse Unternehmen
(250 und mehr Beschäftigte)
1650 Mitarbeitende
Gemeindetyp
Agglomerationsgemeinde
Standort / Rahmenbedingungen
Die Clariant International AG und ihre Schweizer Konzerngesellschaften haben ihren Hauptsitz in der Gemeinde Muttenz auf dem Areal Schweizerhalle. Weitere Standorte von Clariant in der Schweiz befinden sich in Pratteln (Konzernzentrale) und Reinach. 40% der Mitarbeitenden der Clariant in der Schweiz sind grenzüberschreitende Berufspendler aus dem benachbarten Elsass (F) und Baden-Württemberg (D).
LV: Die Verkehrserschliessung für den Fuss- und Radverkehr ist vor allem beim Hauptsitz nicht optimal (gefährliche Strasse mit starkem Verkehrsaufkommen, fehlende Fussgängerüberquerung zum Werksareal).
öV: Die Erschliessung mit dem öV ist in Reinach und Pratteln gut bis sehr gut (15’ Takt während Stosszeiten). In Muttenz hingegen sind Fahrplandichte, Anbindung an die Bahnhöfe für Schichtarbeiter und Grenzgänger nicht optimal.
MIV: Alle Parkplätze sind für Mitarbeitende gratis. Während den Stosszeiten sind die Zufahrtsachsen durch den motorisierten Individualverkehr stark überlastet.
Sprachregion
Deutsch
Anstoss
Aus eigenem Antrieb
Ausgangslage / Motivation
Mit dem Zusammenzug verschiedener Abteilungen und der Konzernleitung im Jahre 2005 beim Hauptsitz in Muttenz kam es vor allem beim Schichtwechsel (Früh- / Mittelschicht) zu Engpässen beim Parkplatzangebot. Diese Situation hat zu steigender Unzufriedenheit bei den Mitarbeitenden geführt.

Mit der Einführung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements will die Clariant einerseits eine effiziente, umwelt- und sozialverträgliche Mobilität anregen und fördern. Andererseits soll mit Hilfe des betrieblichen Mobilitätsmanagements die bestehenden und zukünftigen Parkplatzprobleme der Clariant gelöst werden.

Das für die Clariant eingeführte betriebliche Mobilitätsmanagement bezieht sich auf alle 3 Standorte in der Schweiz.
Ausmass
Betriebsintern
Betriebsübergreifend
Mobilitätsmanagementsystem
  • Zusammen mit externen Fachberatern hat die Clariant im 2006 ein eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem aufgebaut und anfangs 2007 eingeführt.
  • Erarbeitung und Umsetzung eines Mobilitätsplans mit anreizorientierten Massnahmenpaketen.
  • Für den Aufbau, die Umsetzung, Weiterentwicklung und Evaluation ist ein intern breit abgestütztes und von der Konzernleitung unterstütztes Projektteam verantwortlich. Daneben existiert eine IG „Mobilität“ bestehend aus 100 MA.
  • Koordiniert wird das betriebliche Mobilitätsmanagement durch den Energiesparbeauftragten der Clariant.
  • Die Mitarbeitenden werden laufend anhand verschiedener Medien (Intranetplatform Mobilität, Mitarbeiterzeitung, Flyer, Aktionen, Mobilitätstage etc.) informiert und für eine Änderung ihres Mobilitätsverhaltens sensibilisiert.
  • Zusammenarbeit mit Gemeinden, Kanton, Nachbarunternehmen und Mobilitätsanbietern zur Nutzung von Synergien auf Initiative der Clariant.
  • Deklariertes Ziel der Clariant ist es zwischen 2006 bis 2008 die Anzahl der Parkplätze insgesamt um 15% bzw. den MIV-Anteil im Pendlerverkehr um 11% zu reduzieren.
Managementsystem
Eigenständiges Mobilitätsmanagementsystem (MMS)
Verkehrsarten
Pendlerverkehr
Dienst- und Geschäftsverkehr
Massnahmenspektrum (fett = umgesetzte Massnahmen)
Stand: 2010
Massnahmen-bereiche
Massnahmenart
bauliche Massnahmen
organisatorische Massnahmen / Anreize
Information und Bewusstseinsbildung
Förderung öV-Nutzung Bau einer überdachten Bushaltestelle beim Werk Muttenz Firmenbeitrag an MA für U-Abo TNW (Jobticket); Zusammenarbeit mit Gde, Kt und Nachbarunternehmen für besseres öV-Angebot Durchführung Gewinnspiel "Mobility-Jackpot"
Förderung Velo-Nutzung 2/3 der Veloabstellplätze wurden überdacht; Einrichtung von Garderoben mit Duschen jährlicher gratis Velocheck; Bereitstellung von Velopumpen; Pannen-Service durch lokale Velohändler mit Abgabe von Ersatzvelos Teilnahme an „bike to work“; Velohelmaktion; Abgabe von grenzüberschreitender Velokarte; Durchführung Gewinnspiel „Mobility-Jackpot“
Gewinnerin Prix Velo 2009; 2010 Einführung Gesundheitsmanagement
Parkplatz-bewirtschaftung Änderung PP-Nutzungskonzept (falls nötig kostenpfl. PP-Bewirtschaftung)
Förderung von Fahr-gemeinschaften (CarPooling) Reservationsmodel mit Nachbarunternehmen auf Intra-/Internet Durchführung Gewinnspiel "Mobility-Jackpot"
Arbeits-organisation Förderung von Videokonferenzen; Einführung von Work@Home
CarSharing Einrichtung eines Mobility Standortes auf dem Werkareal Teilnahme am Business CarSharing von Mobility (geplant im 2012)
Sonstiges Abgabe eines Mobilitätssets an neue MA; Einführung einer Mobilitätsberatung für MA Intranetplattform Mobilität; Durchführung von Mobilitätstagen für MA; Mobilitätsapéros für Nachbarunternehmen, Gemeinde + Kanton
Verkehrliche Wirkung
geplant 2006-2010:
Reduktion MIV-Anteil Pendlerverkehr um 13%
Wirkungen
Verkehrliche Wirkungen
Bis Ende 2007: Reduktion der Parkplätze um 6% durch öV-Umsteiger (+4%) und Carpooling (+2%). Bis Ende 2008: Reduktion der Parkplätze um 17 %.
Seit Einführung des Jobtickets am 1.1.2007 sind zusätzlich 46 Mitarbeitende auf den öffentlichen Verkehr umgestiegen.
Umweltwirkungen
Jeder Mitarbeitende, der neu mit dem öV per Velo oder zu Fuss zur Arbeit kommt, reduziert seinen CO2-Austoss um 1,22 t pro Jahr. Mit der Erreichung des Reduktionsziels von 13% weniger MIV-Anteil bis Ende 2010, könnten jährlich 280 Tonnen CO2 eingespart werden.
Finanzielle Wirkungen
Die Gesamtkosten des betrieblichen Mobilitätsmanagements (Investitionen, Jobticket, Reparaturcheck, Kommunikation, administrativer Aufwand, etc.) betragen 2010 rund CHF 90'000.-. In den Folgejahren sind die Kosten mit den Abschreibungen der Investitionen abnehmend.
Soziale Wirkungen
Einführung des Jobtickets und die Teilnahme bei der Aktion „bike to work“ wurde bei der Belegschaft sehr positiv aufgenommen. Die Vergünstigungen für das Jobticket gelten auch für die Grenzgänger aus Baden-Württemberg und dem Elsass. Mit der im 2010 eingeführten Gesundheitsförderung, konnten weitere unterstützende Synergien geschaffen werden.
Projekteffizienz
Keine Angaben
Umweltwirkung
geplant bis Ende 2010:
Reduktion 280 t CO2/a
Finanzielle Wirkung
Kosten für 2010:
90'000 CHF/a
Projekteffizienz
Kosten für 2010:
320 CHF/t CO2
Erfolgs- / Hemmnisfaktoren
Erfolgsfaktoren
  • Interne breit abgestützte Projektorganisation
  • Rückhalt durch die Geschäftsleitung
  • Motiviertes Projektteam und engagierter Mobilitätsbeauftragter
  • Breitgefächerte Kommunikation über verschiedene Medien
  • Zusammenarbeit mit Gemeinde und Kanton
Hemmnisfaktoren
  • Schlechte und teilweise gefährliche Verkehrserschliessung für den Fuss- und Veloverkehr
  • Bestehende Lücken beim öV-Angebot sind ein Hemmnis für potentielle Umsteiger (vor allem auch bei den Grenzgängern)
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